Typ-1-Diabetes entsteht, wenn das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift. Dadurch fehlt dem Körper zunehmend Insulin, ein Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangen lässt. Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung und wird nicht durch Ernährung, Bewegung oder Erziehung verursacht.

Typ-1-Diabetes kann sich über längere Zeit entwickeln, bevor Beschwerden auftreten. Bluttests können bestimmte Abwehrstoffe gegen körpereigene Strukturen in den insulinbildenden Zellgruppen nachweisen. Diese sogenannten Inselautoantikörper können auf ein frühes Stadium hinweisen. Bei starkem Durst, häufigem Wasserlassen oder unerklärlichem Gewichtsverlust ist dagegen eine rasche ärztliche Abklärung nötig.

Was im Körper passiert

Die insulinproduzierenden Betazellen sitzen in kleinen Zellgruppen der Bauchspeicheldrüse. Bei Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem diese Zellen an. Dadurch bilden immer weniger Betazellen Insulin, sodass mehr Zucker im Blut bleibt und die Körperzellen ihn ohne ausreichend Insulin nicht richtig aufnehmen können.

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Warum das Immunsystem diese Zellen angreift, ist nicht geklärt. Eine erbliche Veranlagung erhöht das Risiko, bedeutet aber nicht, dass die Person erkrankt. Auch Menschen ohne bekannte Fälle von Typ-1-Diabetes in der Familie können erkranken. Viren, Ernährung in den ersten Lebensjahren und die Mikroorganismen im Darm werden als mögliche Einflussfaktoren erforscht. Keiner dieser Faktoren gilt als gesicherte Einzelursache.

Frühe Stadien erkennen

In einer frühen Phase können Inselautoantikörper im Blut nachweisbar sein, obwohl die betroffene Person noch keine Beschwerden hat. Ein einzelner positiver Antikörpertest reicht allein nicht aus, um ein frühes Stadium von Typ-1-Diabetes festzustellen. Für Stadium 1 müssen mehrere Autoantikörper bestätigt sein, während der Zuckerstoffwechsel noch normal ist.

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Stadium Typische Merkmale
1 Mehrere bestätigte Autoantikörper, normale Glukosewerte, keine Symptome
2 Mehrere Autoantikörper und erste Veränderungen des Zuckerstoffwechsels, meist ohne typische Symptome
3 Diabetes ist anhand der Blutzuckerwerte feststellbar; Beschwerden treten häufig auf

Die Übergänge verlaufen nicht bei allen Menschen gleich. In einer internationalen Leitlinie lag das durchschnittliche Risiko bei Kindern mit Stadium 1 bei etwa 44 Prozent, innerhalb von fünf Jahren Stadium 3 zu erreichen. Bei Stadium 2 waren es etwa 75 Prozent. Diese Werte beschreiben Gruppen und sagen nicht voraus, wann eine einzelne Person erkrankt.

In Deutschland gibt es Früherkennungsangebote und Studien, etwa für Kinder und Jugendliche. Das Alter der teilnehmenden Kinder und die Bedingungen unterscheiden sich je nach Programm und Region. Ein einheitliches Screening für alle Kinder gibt es nicht. Wer eine familiäre Vorbelastung hat oder sich über ein Angebot informieren möchte, kann die Kinderarztpraxis nach aktuellen regionalen Möglichkeiten fragen.

Beschwerden und Notfallzeichen

Typische Beschwerden entstehen, wenn der Insulinmangel den Blutzucker deutlich steigen lässt. Dazu gehören starker Durst und häufiges Wasserlassen; außerdem treten Müdigkeit und Gewichtsabnahme auf. Wenn mehrere Anzeichen zugleich auftreten oder rasch zunehmen, sollte die betroffene Person zeitnah ärztlich untersucht werden.

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Wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, tiefe oder angestrengte Atmung, süßlich riechender Atem oder zunehmende Benommenheit können auf eine diabetische Ketoazidose hinweisen. Bei einer diabetischen Ketoazidose wird das Blut durch den schweren Insulinmangel sauer. Das ist ein akuter Notfall. Bei Bewusstseinsstörungen oder schwerem Zustand sofort den Rettungsdienst rufen.

Wie die Diagnose gestellt wird

Ärztinnen und Ärzte prüfen Blutzuckerwerte im Labor und berücksichtigen Beschwerden sowie Krankheitsverlauf. Als Grenzwert gilt ein Nüchternblutzucker von mindestens 126 mg/dl (7,0 mmol/l). Ein HbA1c-Wert von mindestens 6,5 Prozent (48 mmol/mol) liegt ebenfalls im Diabetesbereich. Er gibt Hinweise auf den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen Wochen. Ein zufällig gemessener Blutzuckerwert (Gelegenheitsblutzucker) von mindestens 200 mg/dl (11,1 mmol/l) kann die Diagnose ebenfalls stützen. Das trifft auch auf einen entsprechenden Wert beim Glukosetoleranztest zu. Bei diesem Test wird der Blutzucker nach dem Trinken einer Zuckerlösung gemessen.

Wenn eindeutige Beschwerden und Zeichen einer starken Überzuckerung fehlen, lassen Ärztinnen und Ärzte einen auffälligen Laborwert bestätigen. Ein Messgerät für zu Hause ersetzt diese Diagnostik nicht. Um festzustellen, ob es sich um Typ 1 oder Typ 2 handelt, können Ärztinnen und Ärzte außerdem Autoantikörper untersuchen. Alter und Körpergewicht allein reichen zur Unterscheidung nicht aus. Ein negativer Antikörpertest schließt Typ 1 nicht in jedem Fall aus.

Typ 1 und Typ 2 unterscheiden

Bei Typ 1 zerstört eine Autoimmunreaktion Betazellen, sodass der Körper immer weniger Insulin produziert. Bei Typ 2 reagieren Körperzellen häufig zunächst schlechter auf Insulin; später kann auch die Insulinproduktion nachlassen. Übergewicht und Bewegungsmangel können das Risiko für Typ 2 erhöhen, erklären die Erkrankung aber nicht vollständig.

Typ 1 beginnt oft im Kindes- oder Jugendalter, kann aber auch Erwachsene betreffen. Bei einem schnellen Beginn mit starkem Durst, häufigem Wasserlassen und Gewichtsverlust muss Typ 1 deshalb unabhängig vom Alter ärztlich geprüft werden.

Was nach einem positiven Test folgt

Ärztinnen und Ärzte sollten einen positiven Früherkennungstest bestätigen und einordnen. Wenn mehrere Autoantikörper bestätigt sind, kontrollieren Ärztinnen und Ärzte je nach Befund den Zuckerstoffwechsel. Sie beraten zu Warnzeichen und unterstützen die betroffene Person und ihre Familie.

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Seit Januar 2026 ist Teplizumab in der EU für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren mit Typ-1-Diabetes im Stadium 2 zugelassen. Das Arzneimittel kann den Übergang zu einem symptomatischen Diabetes verzögern, verhindert oder heilt die Erkrankung aber nicht. Ob es im Einzelfall infrage kommt, entscheiden Fachärztinnen und Fachärzte unter Abwägung von Nutzen und Risiken.