Der HbA1c-Wert gibt an, wie viel Glukose in den letzten zwei bis drei Monaten an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen gebunden war. Deutsche Laborbefunde geben diesen Wert in zwei Einheiten an: Prozent (NGSP/DCCT) oder mmol/mol Hb (IFCC). Ein HbA1c-Umrechner rechnet die Werte zwischen beiden Einheiten um. 7,0 Prozent entsprechen etwa 53 mmol/mol, nicht 70 mmol/mol.

Was der HbA1c-Wert misst

HbA1c bezeichnet den Anteil des Hämoglobins, an den sich Glukose gebunden hat. Da rote Blutkörperchen ungefähr 120 Tage leben, gibt der Wert die durchschnittliche Glukosebelastung der vergangenen zwei bis drei Monate wieder. Die jüngeren Werte werden dabei stärker gewichtet; insbesondere die Glukosewerte der vergangenen 30 Tage können den HbA1c stärker beeinflussen als länger zurückliegende Werte.

Der HbA1c-Wert ist ein Langzeitwert. Er ersetzt keinen einzelnen Blutzuckermesswert, keinen Nüchternblutzucker und keine kontinuierliche Glukosemessung. Vorhandene Selbstmessungen und CGM-Daten gehören in die Beurteilung.

Laborbefunde geben den Wert in zwei Einheiten an. Die Prozentangabe (NGSP/DCCT) ist vor allem im US-amerikanischen Raum und in vielen älteren medizinischen Dokumenten verbreitet. Die IFCC-Einheit mmol/mol ist der internationale Standard und beschreibt den Anteil glykierten Hämoglobins in mmol pro mol Hämoglobin. 7,0 Prozent und 70 mmol/mol sind nicht gleichwertig: 7,0 Prozent entsprechen ungefähr 53 mmol/mol, während 70 mmol/mol ungefähr bei 8,1 Prozent liegen.

Prozent und mmol/mol umrechnen

Die Umrechnung zwischen Prozent und mmol/mol folgt einer festen Formel.

Der Rechner sollte das Ergebnis sinnvoll runden. Laborwerte werden typischerweise als ganze mmol/mol beziehungsweise mit einer Nachkommastelle in Prozent angegeben. Durch die Rundung kann die Rückrechnung geringfügig abweichen.

Häufig relevante Grenz- und Zielwerte: 5,7 % ≈ 39 mmol/mol ist die häufig verwendete Untergrenze des Prädiabetesbereichs in den Kriterien der American Diabetes Association (ADA). 6,4 % ≈ 46 mmol/mol ist die obere Grenze dieses Bereichs. 6,5 % ≈ 48 mmol/mol ist der diagnostische HbA1c-Grenzwert für Diabetes in den ADA-Kriterien, sofern die Untersuchung geeignet ist und die Diagnose bestätigt wird. 7,0 % ≈ 53 mmol/mol ist ein häufig genannter Behandlungszielwert für viele nicht schwangere Erwachsene mit Diabetes, aber kein universeller Zielwert.

Die Grenzwerte allein ergeben keine Diagnose und keine Therapieempfehlung für eine einzelne Person. Die ADA verlangt bei Personen ohne eindeutige Hyperglykämie in der Regel eine Bestätigung durch eine zweite Messung oder einen weiteren geeigneten Test.

Geschätzte durchschnittliche Glukose

Ein zweiter Rechner kann aus dem HbA1c eine geschätzte durchschnittliche Glukosekonzentration berechnen, die eAG (estimated average glucose). Die vom ADAG-Projekt abgeleitete Formel liefert diese Schätzung.

Das NGSP nennt für die ADAG-Regression ein Bestimmtheitsmaß von r^2 = 0,84. Das bedeutet: Die lineare Beziehung ist nützlich, erklärt aber nicht die gesamte Streuung zwischen individuellem HbA1c und durchschnittlicher Glukose.

Der eAG-Wert ist ein Langzeitmittelwert, nicht der erwartete Nüchternblutzucker, und muss nicht mit einem einzelnen Selbstmesswert übereinstimmen. Bei stark schwankenden Glukosewerten kann er wichtige Details verdecken.

In älteren Materialien findet sich auch eine Formel, die nach Angaben des NGSP aus DCCT-Daten stammt. Die heute häufig verwendete ADAG-Formel beruht dagegen auf einer späteren Untersuchung mit 507 Personen, kontinuierlicher Glukosemessung und zusätzlichen kapillären Messungen. Die ADAG-Formel liefert im Allgemeinen niedrigere eAG-Werte und streut weniger.

Ein guter Rechner gibt transparent an, welche eAG-Formel verwendet wird. Die Einheitenumrechnung und die eAG-Schätzung sind zwei verschiedene Schritte: Die Umrechnung zwischen Prozent und mmol/mol ist eine reine Rechenaufgabe, die eAG-Berechnung dagegen eine statistische Schätzung.

Wann der HbA1c-Wert trügt

Der HbA1c hängt nicht nur von der Glukosekonzentration ab, sondern auch von der Lebensdauer der roten Blutkörperchen. Blutverlust, Transfusionen, Hämolyse, Erythropoetintherapie und Hämodialyse können den Wert verändern. Ein Eisenmangel kann zu einem falsch erhöhten HbA1c führen. Andere Anämien oder Erkrankungen, die den Erythrozytenumsatz verändern, können den Wert ebenfalls verfälschen.

Chronische Nierenerkrankungen, insbesondere bei Dialyse oder Anämie, sowie Lebererkrankungen können die Aussagekraft beeinträchtigen. Hämoglobinvarianten wie HbS, HbC, HbD oder HbE können je nach Messverfahren falsch hohe oder falsch niedrige Werte ergeben. Ob eine Variante den Wert verfälscht, hängt von der Labormethode ab.

Der HbA1c ist für die Verlaufskontrolle eines Gestationsdiabetes nicht geeignet, weil der Messzeitraum von etwa drei Monaten für die schnelle Stoffwechselentwicklung in der Schwangerschaft zu lang ist. Zur Diagnose und Verlaufskontrolle werden andere Glukosetests eingesetzt.

Die Deutsche Diabetes-Information weist darauf hin, dass sich Messwerte abhängig vom Gerät erheblich unterscheiden können. Für die Beurteilung sollte der gerätespezifische Normbereich berücksichtigt werden.

Was ein guter Umrechner leisten sollte

Ein Rechner sollte beide Umrechnungsrichtungen anbieten: von Prozent in mmol/mol und umgekehrt. Optional kann er aus dem HbA1c eine geschätzte durchschnittliche Glukose berechnen, wählbar in mg/dl oder mmol/l.

Der Rechner sollte negative Werte ablehnen, unrealistische Eingaben markieren, Dezimal-Komma und Dezimalpunkt akzeptieren und das Ergebnis nicht mit falscher Genauigkeit ausgeben. Sinnvoll ist die Angabe: 7,0 % entsprechen ungefähr 53 mmol/mol Hb. Nicht sinnvoll ist eine Anzeige wie 7,000000 % = 53,005650 mmol/mol.

Ein geeigneter Hinweis wäre sinngemäß: Die Umrechnung dient der Orientierung. Erkrankungen, Blutarmut, Blutverlust, Transfusionen, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie Hämoglobinvarianten können die Aussagekraft des HbA1c beeinflussen. Bei widersprüchlichen HbA1c- und Glukosewerten sollte die Befundinterpretation ärztlich geklärt werden.

Zielwerte bleiben individuell

Ein Rechner kann anzeigen, welcher IFCC-Wert einer Prozentangabe entspricht. Er kann aber nicht bestimmen, welcher HbA1c-Zielwert für eine bestimmte Person geeignet ist.

Die ADA nennt für viele nicht schwangere Erwachsene mit Diabetes ein Ziel von unter 7,0 Prozent beziehungsweise unter 53 mmol/mol. Sie betont zugleich, dass niedrigere oder weniger strenge Ziele je nach Gesundheitszustand, Hypoglykämierisiko, Begleiterkrankungen und Behandlungslast angemessen sein können. Die deutschsprachige Darstellung von diabinfo betont, dass HbA1c-Ziele individuell zwischen behandelnder Person und Patient festgelegt werden. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes wird dort ein weiter Orientierungsbereich von etwa 6,5 bis 8,5 Prozent beziehungsweise 48 bis 69 mmol/mol beschrieben, abhängig von den individuellen Voraussetzungen.

Es gibt also keinen Wert, der für alle Menschen normal oder optimal ist. Die ADA nennt für viele nicht schwangere Erwachsene ein häufiges Ziel unter 7,0 Prozent. Die deutsche Praxisdarstellung von diabinfo nennt dagegen einen individuellen Zielkorridor mit größerer Spannweite. Beide Positionen schließen individuelle Anpassungen ausdrücklich ein.