Wer mit Diabetes eine Banane isst, sollte sie bei der Mahlzeit als Kohlenhydratquelle berücksichtigen. Dabei spielen der Reifegrad und die Zubereitung der Banane eine Rolle. Auch die übrige Mahlzeit beeinflusst den Blutzucker. Eine feste Regel, nach der unreife oder reife Bananen für alle besser geeignet wären, lässt sich aus den bisherigen Untersuchungen nicht ableiten.

Editorial illustration for Bananen bei Diabetes: Reifegrad und Zubereitung beachten

Beim Reifen wird ein Teil der Stärke in der Banane zu Zucker umgebaut. Das verändert ihre Zusammensetzung, sagt aber allein nicht voraus, wie der Blutzucker einer bestimmten Person nach dem Essen verläuft. Eine ganze Banane wirkt nicht automatisch genauso wie eine pürierte oder gemixte.

Was der Reifegrad verändert

Unreife Bananen enthalten mehr Stärke, reife mehr lösliche Zucker. Das kann die Verdauung und den Blutzuckeranstieg beeinflussen. Es gibt jedoch nur wenige direkte Studien mit Menschen mit Typ-2-Diabetes, und sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

In einer Studie von 1992 aßen zehn Personen an verschiedenen Tagen jeweils dieselbe Masse unterreife oder überreife Banane. Die unterreife Banane ließ den Blutzucker in diesem Versuch weniger stark ansteigen. Der berechnete glykämische Index, ein Vergleichswert aus standardisierten Tests zum Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr eines Lebensmittels, lag bei 43 für die unterreife und bei 74 für die überreife Banane.

Eine weitere Studie von 1993 untersuchte sieben Männer mit Typ-2-Diabetes und verglich vier Reifestufen bei Portionen mit gleicher Kohlenhydratmenge. Die Blutzuckeranstiege unterschieden sich dabei nur wenig. Wegen der unterschiedlichen Versuchsbedingungen und kleinen Teilnehmerzahlen lässt sich keine verlässliche Rangfolge der Reifestufen ableiten; eine grünere Banane lässt den Blutzucker daher nicht grundsätzlich weniger steigen.

Welche Rolle die Zubereitung spielt

Für Menschen mit Diabetes fehlen verlässliche direkte Vergleiche zwischen ganzen, zerdrückten, gemixten und erhitzten Bananen. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, dass pürierte oder gekochte Banane den Blutzucker stärker oder schwächer beeinflusst als eine ganze Frucht.

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Bei Smoothies kommt es auf die Zutaten und die gesamte Menge an. Ein Getränk mit mehreren Zutaten liefert nicht dieselbe Kohlenhydratmenge wie eine einzelne Banane. Allgemeine Empfehlungen, etwa von den US-amerikanischen Gesundheitsbehörden, bevorzugen ganze Früchte gegenüber Fruchtsaft: Saft lässt sich leichter in größerer Menge trinken und enthält weniger Ballaststoffe. Daraus folgt keine Garantie für einen bestimmten Blutzuckerverlauf nach einer ganzen Banane oder einem Smoothie.

Ein Glas Smoothie steht neben einer ganzen Banane und mehreren separat angerichteten Zutaten, darunter Beeren und Joghurt.
Zutaten und Gesamtmenge machen den Unterschied; die Abbildung sagt keinen bestimmten Blutzuckerverlauf voraus.

Wie die Mahlzeit den Verlauf mitprägt

Für den Blutzucker zählt auch, wie viele Kohlenhydrate die gesamte Mahlzeit enthält. Eiweiß, Fett und Ballaststoffe können beeinflussen, wann und wie der Blutzucker ansteigt. Eine Kombination mit Eiweiß oder Fett verhindert einen Anstieg jedoch nicht zuverlässig und sagt nichts Sicheres über den gesamten Verlauf aus.

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Der Blutzucker vor dem Essen und die Wirkung von Insulin und anderen Medikamenten beeinflussen den Verlauf. Dazu kommt die persönliche Reaktion. Der glykämische Index einer Banane stammt aus einem standardisierten Test. Er zeigt nicht, wie sich diese Bedingungen im Alltag auswirken. Wer wissen möchte, wie sich eine Banane auf den eigenen Blutzucker auswirkt, sollte sie im persönlichen Behandlungs- und Ernährungsplan berücksichtigen. Falls regelmäßige Messungen Teil der Behandlung sind, lässt sich die eigene Reaktion bei ähnlich zusammengesetzten Mahlzeiten mit der behandelnden Fachperson besprechen.