Auch Menschen mit Diabetes können Ananas grundsätzlich essen. Frische Ananas unterscheidet sich im Kohlenhydratgehalt von Dosenfrüchten und Saft. Je nach Form lässt sich außerdem leichter eine größere Menge verzehren. Kohlenhydrate beeinflussen den Blutzucker. Wie stark sich der Blutzucker verändert, hängt auch von der Diabetesbehandlung und der jeweiligen Mahlzeit ab.

Editorial illustration for Ananas bei Diabetes: Frisch, aus der Dose oder als Saft?

Prüfen Sie für die Auswahl die Zutatenliste und die Nährwertangaben auf der Packung. Sie zeigen, ob Zucker zugesetzt wurde und wie viele Kohlenhydrate das konkrete Produkt enthält. Keine Ananasform garantiert einen bestimmten Blutzuckerverlauf.

Frische Ananas

Frische Ananas enthält Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Auch als ganze Frucht bleibt Ananas wegen ihrer Kohlenhydrate für den Blutzucker relevant; ihre natürliche Struktur hebt diesen Einfluss nicht auf. Der Kohlenhydratgehalt kann zudem je nach Frucht variieren.

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Leitlinien für Diabetes teilen Obst nicht pauschal in erlaubte und verbotene Sorten ein. Bei insulinbehandeltem Diabetes müssen die Kohlenhydrate mit der persönlichen Therapie abgestimmt werden. Wer den Blutzucker beobachtet, kann anhand der Messungen nach dem vereinbarten Plan beurteilen, wie der eigene Körper auf Ananas reagiert.

Ananas aus der Dose

Bei Dosenananas kommt es auf die Flüssigkeit und die Zutaten an. Produkte in Wasser oder eigenem Saft und ohne Zuckerzusatz unterscheiden sich von Ananas in Sirup. Sirup liefert zusätzlichen Zucker; die Bezeichnung „ohne Zuckerzusatz“ bedeutet dagegen nicht, dass das Produkt keine Kohlenhydrate oder natürlichen Zucker enthält.

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Prüfen Sie deshalb die Zutatenliste und die Kohlenhydratangabe. Bei Dosenfrüchten ist auch das Abtropfgewicht relevant: Die Nährwerte können sich auf das Produkt mit Flüssigkeit oder auf die abgetropften Früchte beziehen. Man kann nicht pauschal sagen, dass frische Ananas den Blutzucker weniger beeinflusst als jede Dosenvariante. Die Produkte unterscheiden sich, und die Untersuchungen sind nicht direkt vergleichbar.

Ananassaft und gesüßte Produkte

Auch 100-prozentiger Ananassaft enthält Kohlenhydrate. Beim Saft ist die Fruchtstruktur weitgehend aufgelöst. Flüssigkeit lässt sich schnell trinken. Dadurch kann man größere Kohlenhydratmengen leichter aufnehmen als mit ganzen Fruchtstücken. „100 Prozent Frucht“ und „ohne Zuckerzusatz“ bedeuten nicht „zuckerfrei“.

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Bei Ananasdrinks, gezuckerten Fruchtprodukten und Sirup lohnt sich ein Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle. Die Bezeichnung „fruchtig“ sagt nichts Verlässliches über den Zuckerzusatz aus. Ernährungsempfehlungen behandeln Fruchtsaft außerdem anders als ganze Früchte, weil sein Zucker als freier Zucker gilt.

Was der glykämische Index zeigt

Der glykämische Index (GI) misst, wie stark der Blutzucker in standardisierten Tests nach dem Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels steigt. Für Ananas fallen die veröffentlichten Werte je nach Produkt und Untersuchung unterschiedlich aus. Die Tests umfassten kleine Gruppen und nicht immer Menschen mit Diabetes. Außerdem verglichen die Untersuchungen nicht immer frische Ananas, Dosenananas und Saft direkt miteinander.

Aus diesen Werten lässt sich deshalb keine verlässliche Rangfolge für alle Produkte ableiten. Ein GI-Wert sagt auch nicht voraus, wie eine bestimmte Person auf eine konkrete Mahlzeit reagiert. Für die praktische Auswahl zählen die Kohlenhydratangabe des Produkts und die individuelle Behandlung stärker als ein einzelner GI-Wert.

So wählen Sie das Produkt

Vergleichen Sie bei Dosenananas die Angaben zu Kohlenhydraten und Zucker sowie die Zutatenliste. Steht Sirup in der Zutatenliste, enthält das Produkt zugesetzten Zucker. Bei Saft sollten Sie auch ohne Zuckerzusatz mit Kohlenhydraten rechnen. Für die Abstimmung mit einer Insulintherapie gelten die persönlichen Vorgaben des Behandlungsteams oder der behandelnden Fachperson.