Der Begriff Diabetes-Pass bezeichnet kein einheitliches Dokument. Je nach Land gibt es unterschiedliche Angebote. In Deutschland kostet der gedruckte Gesundheits-Pass der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 3,00 Euro. Einzelne PDF-Versionen und Notfallausweise sind kostenlos erhältlich.
Die Diabetes-Stiftung Schweiz bietet eine kostenlose App an. In Österreich gibt es den Pass als PDF im Programm „Therapie Aktiv“. Ein kostenloser Download ist also möglich. Welches Dokument das passende ist, hängt von Land und Verwendungszweck ab.
Deutscher Pass kostet, Notfallausweis ist frei
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft verkauft den gedruckten Gesundheits-Pass Diabetes für 3,00 Euro. Der Kinder- und Jugendpass kostet ebenfalls 3,00 Euro. Fremdsprachige Ausgaben in Englisch, Arabisch, Russisch und Türkisch kosten 3,80 Euro. Der Pass dokumentiert langfristig Untersuchungen, Therapiedaten und Behandlungsergebnisse. Vereinbarte Ziele hält er ebenfalls fest. Er soll die Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten sowie verschiedenen Behandelnden erleichtern. Die DDG weist darauf hin, dass Krankenkassen den Pass gelegentlich im Rahmen von Aktionen kostenlos abgeben. Eine dauerhafte Kostenfreiheit besteht dadurch nicht.
Gleichzeitig verweist diabetesDE, die Deutsche Diabetes-Hilfe, auf einen Download von Diabetes-Pass-Materialien. Dazu gehören Varianten für Kinder und Jugendliche sowie eine türkische Ausgabe. Öffentlich erreichbare PDF-Dateien tragen teils ältere Jahresbezeichnungen, etwa eine Version aus dem Jahr 2020. Wer eine PDF herunterlädt, sollte prüfen, ob es sich um die aktuelle Fassung handelt. Die DDG überarbeitet den Pass regelmäßig, ungefähr alle drei Jahre. Die aktuelle Praxisempfehlung nennt 12 Dokumentationsseiten. Der Pass für Kinder und Jugendliche wurde 2024 überarbeitet. Anlass war unter anderem die zunehmende Nutzung von CGM- und AID-Systemen, also kontinuierlicher Glukosemessung und automatisierter Insulinabgabe.
In Deutschland gibt es kostenlose Diabetes-Notfallausweise. Das nationale Diabetesinformationsportal diabinfo verweist auf deutsch-englische und weitere mehrsprachige Ausweise, die sich als PDF herunterladen oder über das Diabetesnetz Deutschland kostenlos bestellen lassen. Das Diabetesnetz bietet die Ausweise in mehreren Designs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.
Der Notfallausweis unterscheidet sich vom Gesundheits-Pass. Er enthält kompakte Informationen für Ersthelfende und medizinisches Personal, etwa die Diabeteserkrankung, Medikamente und Notfallkontakte. Der Gesundheits-Pass dokumentiert dagegen den langfristigen Verlauf mit Untersuchungsergebnissen und Therapiezielen. Für die Notfallkarte reicht der Ausweis, für die kontinuierliche Behandlungskontrolle ist der Pass gedacht.
Kostenlose App in der Schweiz
Die Schweizerische Diabetes-Stiftung bietet einen Diabetes-Pass als kostenlose App für iOS und Android an. Die App speichert persönliche Angaben, Notfallkontakte, Allergien, Medikamente und Kontrolltermine. Hinzu kommen der HbA1c-Wert, Körpergewicht und Blutdruck. Auch die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt lässt sich eintragen. Weitere Felder decken Augenuntersuchungen, Autofahren, Insulintherapie und Diabetes-Schulung ab. Eine ärztliche Bescheinigung für Flugreisen kann hinterlegt werden. Ein Notfallausweis lässt sich als Sperrbildschirm einrichten. Die gespeicherten Angaben können per E-Mail versendet werden. Die App ist in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar.
Zur Datenspeicherung erklärt ein Informationsflyer der Stiftung, die eingegebenen Daten würden ausschließlich lokal auf dem Smartphone gespeichert und die Stiftung habe keinen Zugriff darauf. Die Google-Play-Seite gibt an, dass laut Entwicklerangaben keine Daten mit Drittunternehmen geteilt und keine Daten erhoben werden. Diese Angaben stammen vom Anbieter selbst und ersetzen keine unabhängige Datenschutzprüfung. Die Android-Version wurde laut Store zuletzt am 30. November 2023 aktualisiert. Aus dem Eintrag lässt sich nicht ableiten, wie intensiv die App 2026 weiterentwickelt wird.
Österreichischer Pass als PDF
In Österreich ist der Diabetes-Pass in das Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ eingebunden, das ihn als Hilfsmittel zur Dokumentation und Planung der Diabetesbehandlung beschreibt. Ärztinnen und Ärzte tragen darin Untersuchungsergebnisse, Behandlungsschritte, Kontrolltermine und gemeinsam vereinbarte Therapieziele ein. Die Programmseite stellt einen Link zum Download des Diabetes-Passes bereit, und eine PDF mit der Bezeichnung „Diabetespass_V2025_D2025_web_geschuetzt.pdf“ ist öffentlich erreichbar.
Die österreichische Dokumentation sieht mindestens jährliche Zielvereinbarungen zu Gewicht, Bewegung, Ernährung, Tabak, Blutdruck und HbA1c vor. Dazu kommen regelmäßige Quartalskontrollen und eine jährliche Erhebung der Lebensqualität mit dem EQ-5D-Instrument. Der Pass ist damit stärker in ein strukturiertes ärztliches Betreuungsprogramm eingebunden als ein privat geführter Notfallausweis. Das Programmmaterial führt an, eine Studie der Medizinischen Universität Graz habe die Wirksamkeit des Programms bestätigt und 98 Prozent der Teilnehmenden hätten es als wichtig und hilfreich empfunden. Diese Zahl stammt aus dem Programmmaterial selbst und bezieht sich auf das gesamte Programm, nicht allein auf den Pass.
Passenden Diabetes-Pass auswählen
Welches Dokument passt, hängt vom Verwendungszweck ab: In Deutschland genügt für Notfallsituationen der kostenlose Notfallausweis. Der Gesundheits-Pass ist für die langfristige Dokumentation von Untersuchungen und Therapiezielen vorgesehen. Er kostet in Deutschland als Druckausgabe 3,00 Euro. Die umfassendste kostenlose digitale Option bietet die Schweizer App. In Österreich steht der Pass als PDF über das Programm „Therapie Aktiv“ bereit.
Vor der Nutzung sollte jeder Download auf Version, Herausgeber, Sprache und Aktualisierungsstand geprüft werden. Medizinische Angaben gehören mit der behandelnden Praxis abgestimmt; veraltete Werte oder eigenmächtig geänderte Therapieangaben haben in einem solchen Dokument nichts zu suchen. Ein heruntergeladenes PDF ersetzt keine gesetzlich vorgeschriebene Gesundheitskarte und garantiert keine bestimmte Behandlung.