Ein erhöhter Blutzuckerwert kann nach einer Mahlzeit auftreten. Ein einzelner Messwert zeigt aber nicht automatisch, ob Sie Diabetes haben oder Ihre Behandlung geändert werden muss. Der Blutzuckerwert zeigt, wie viel Zucker, genauer Glukose, sich gerade im Blut befindet. Bei Diabetes bleibt er ohne passende Behandlung häufiger oder länger erhöht.

Im Alltag helfen vor allem ausgewogene Mahlzeiten, regelmäßige Bewegung und die verordnete Behandlung. Diese Maßnahmen helfen, den Blutzucker zu kontrollieren. Einen stark erhöhten Wert senken sie aber nicht zuverlässig sofort. Ändern Sie Insulin oder andere Medikamente nicht eigenständig. Wiederholt erhöhte Werte gehören mit der behandelnden Praxis besprochen.

Mahlzeiten passend zusammenstellen

Kohlenhydrate aus Lebensmitteln wie Brot, Kartoffeln, Obst oder Süßigkeiten beeinflussen den Blutzucker. Wie stark der Blutzucker steigt, hängt auch davon ab, wie viel Sie essen und womit Sie das Lebensmittel kombinieren. Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte liefern Ballaststoffe und lassen den Blutzucker tendenziell langsamer ansteigen als stark verarbeitete, süße Produkte.

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Eine einfache Orientierung für eine Hauptmahlzeit: Füllen Sie etwa die Hälfte des Tellers mit Gemüse, ein Viertel mit einer ballaststoffreichen Kohlenhydratquelle wie Vollkorn oder Hülsenfrüchten und ein Viertel mit einer Eiweißquelle. Diese Aufteilung ist nur eine Orientierung und passt nicht für alle. Auch die Portionsgröße zählt. Wasser statt eines zuckerhaltigen Getränks ist ein konkreter erster Schritt.

Wer Insulin spritzt oder die Insulindosis an der Menge der Kohlenhydrate ausrichtet, sollte größere Ernährungsänderungen mit dem Behandlungsteam abstimmen. Eine kohlenhydratarme Ernährung kann für manche Menschen mit Typ-2-Diabetes infrage kommen. Sie ist jedoch keine Pflicht und erfordert bei bestimmten Medikamenten eine medizinische Begleitung. Eine sehr strenge Ernährungsform wie die ketogene Ernährung eignet sich nicht als pauschaler Selbstversuch.

Bewegung sicher einbauen

Muskeln nehmen bei Bewegung Glukose auf. Regelmäßige Aktivität verbessert außerdem die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin. Für viele Erwachsene mit Diabetes gelten mindestens 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität pro Woche als Orientierung. Dazu kann zweimal wöchentlich ein muskelstärkendes Training kommen. Wer bisher wenig aktiv war, beginnt mit einer machbaren Einheit, etwa einem kurzen Spaziergang nach dem Essen, und steigert sich schrittweise.

Eine Person macht nach einer Mahlzeit einen entspannten Spaziergang auf einem Weg in der Nachbarschaft.
Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen kann ein machbarer Anfang sein.

Wie Bewegung den Blutzucker beeinflusst, hängt von der Aktivität, dem Zeitpunkt und den Medikamenten ab. Bei manchen Menschen hält sie bis zu 24 Stunden oder länger an. Insulin und bestimmte blutzuckersenkende Medikamente erhöhen dabei das Risiko für eine Unterzuckerung, auch nach dem Sport. Klären Sie bei neuen oder deutlich längeren Trainingseinheiten mit Ihrer Praxis, ob Sie häufiger messen oder Ihren persönlichen Plan anpassen müssen. Intensive Belastung kann den Wert vorübergehend auch ansteigen lassen.

Werte und Muster beobachten

Sie können einen Messwert besser beurteilen, wenn Sie wissen, wann Sie gemessen haben und was zuvor geschah. Notieren Sie bei auffälligen Werten den Zeitpunkt, die Mahlzeit, Bewegung und eingenommene Medikamente. So lassen sich wiederkehrende Muster erkennen und gezielter besprechen.

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Wie oft eine Messung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Diabetes-Typ und Behandlung ab. Halten Sie sich an den mit Ihrer Praxis vereinbarten Messplan. Allgemeine Richtwerte aus dem Internet ersetzen keine persönlichen Zielwerte: Alter, weitere Erkrankungen und das Risiko einer Unterzuckerung beeinflussen, welche Werte für Sie passend sind.

Medikamente nicht selbst ändern

Nehmen Sie Diabetesmedikamente wie verordnet ein. Lassen Sie Insulin oder Tabletten nicht wegen eines einzelnen Messwerts weg und dosieren Sie nicht eigenmächtig nach. Bei wiederholten Werten außerhalb Ihres persönlichen Zielbereichs wenden Sie sich an die behandelnde Praxis. Dort lässt sich prüfen, ob sich Ernährung, Bewegung oder Medikation ändern sollten.

Eine Person bespricht ihre Notizen und Medikamentenliste mit einer medizinischen Fachperson in einer Praxis.
Änderungen an der Behandlung gehören ins Gespräch mit der behandelnden Praxis.

Auch Schlaf, Stress und Alkohol können für die Blutzuckerkontrolle eine Rolle spielen. Für die meisten Erwachsenen sind etwa sieben bis acht Stunden Schlaf eine Orientierung. Alkohol ist kein Mittel, um den Blutzucker zu senken: Zusammen mit Insulin oder bestimmten anderen Diabetesmedikamenten kann er eine Unterzuckerung begünstigen, besonders in Verbindung mit Bewegung. Nahrungsergänzungsmittel und Hausmittel senken den Blutzucker nicht verlässlich; sie können zudem Neben- und Wechselwirkungen haben.

Bei Warnzeichen rasch handeln

Wiederholt hohe Werte sollten Sie zeitnah mit Ihrer behandelnden Praxis besprechen. Starker Durst und häufiges Wasserlassen können bei deutlich erhöhtem Blutzucker auftreten. Tiefe oder auffällige Atmung, fruchtig-acetonartiger Atem, Benommenheit oder Verwirrtheit sind mögliche Zeichen einer Ketoazidose, einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung. Bei solchen schweren Beschwerden holen Sie sofort medizinische Hilfe. Folgen Sie einem vorhandenen Notfallplan; verändern Sie Insulin nicht auf eigene Faust, um einen hohen Wert schnell zu senken.

Bei Menschen, die Insulin oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente nehmen, kann der Wert durch Bewegung oder ausgelassene Mahlzeiten auch zu stark sinken. Zittern, Schwitzen, Herzklopfen oder Verwirrtheit können auf eine Unterzuckerung hindeuten. Halten Sie sich an Ihren persönlichen Plan für solche Situationen. Ist eine Person bewusstlos oder nicht ansprechbar, rufen Sie den Rettungsdienst und geben Sie ihr nichts zu essen oder zu trinken.