Bei Diabetes ist der Blutzucker dauerhaft erhöht. Die Ursache hängt vom Typ ab: Bei Typ 1 greift das Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an, die Insulin herstellen. Insulin ist ein Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Körperzellen bringt. Bei Typ 2 reagieren die Körperzellen schlechter auf Insulin, und die Bauchspeicheldrüse stellt mit der Zeit weniger davon her. Typ 3 umfasst mehrere seltenere Diabetesformen mit unterschiedlichen Ursachen.

Alter, Körpergewicht und eine Behandlung mit Insulin reichen allein nicht aus, um den Diabetes-Typ zu bestimmen. Entscheidend sind Laborwerte und die medizinische Vorgeschichte.

Die Typen im Vergleich

Merkmal Typ 1 Typ 2 Typ 3
Ursache Autoimmunreaktion zerstört insulinproduzierende Betazellen. Insulin wirkt schlechter; später lässt häufig auch die Insulinproduktion nach. Verschiedene konkrete Ursachen, etwa genetische Veränderungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder bestimmte Medikamente.
Beginn Häufig in jüngeren Jahren, aber in jedem Alter möglich. Entwickelt sich oft schleichend und kann lange unbemerkt bleiben. Abhängig von der jeweiligen Ursache.
Insulinbehandlung Insulin ist lebensnotwendig. Kann im Verlauf nötig werden. Hängt von der Unterform ab; bei manchen Formen ist Insulin erforderlich.
Vorbeugung Eine verlässliche Möglichkeit zur Vorbeugung ist nicht bekannt. Maßnahmen für die Gesundheit können das Risiko senken oder den Beginn verzögern, bieten aber keine Garantie. Eine allgemeine Vorbeugung gibt es nicht.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie zu Typ-2-Diabetes betont, dass Fachleute den Typ anhand des Gesamtbilds einordnen. Auch schlanke Menschen können Typ 2 haben, und Menschen mit Typ 1 können übergewichtig sein.

Typ 1 entsteht durch eine Autoimmunreaktion

Bei Typ 1 richtet sich das Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Dadurch entsteht ein ausgeprägter Insulinmangel. Betroffene müssen Insulin nehmen, um ihren Blutzucker zu regulieren.

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Typ 1 beginnt oft im Kindes- oder Jugendalter, kann aber auch erst im Erwachsenenleben auftreten. Eine langsam verlaufende autoimmune Form im Erwachsenenalter wird häufig als LADA bezeichnet und der Typ-1-Gruppe zugeordnet. Zu Beginn kann sie Typ 2 ähneln. Wenn die Zuordnung unklar ist, helfen unter anderem Tests auf Autoantikörper. Das sind Abwehrstoffe, die sich gegen den eigenen Körper richten.

Typ 1 entsteht nicht durch persönliches Fehlverhalten oder einen ungesunden Lebensstil. Eine verlässliche Methode, ihn zu verhindern, ist nicht bekannt.

Typ 2 verbindet Insulinresistenz und Insulinmangel

Bei Typ 2 reagieren die Körperzellen zunehmend schlechter auf Insulin. Das nennt man Insulinresistenz. Zunächst versucht die Bauchspeicheldrüse, das durch mehr Insulin auszugleichen. Mit der Zeit kann sie den Bedarf nicht mehr decken. Dann kommt ein Insulinmangel hinzu.

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Typ 2 entwickelt sich häufig langsam. Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Sehstörungen oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust können auf Diabetes hinweisen, beweisen aber weder eine Erkrankung noch einen bestimmten Typ. Weil Beschwerden anfangs fehlen oder mild sein können, wird Typ 2 manchmal erst durch eine Blutuntersuchung entdeckt.

Bewegung, Ernährung und weitere Maßnahmen können bei manchen Menschen das Risiko senken oder den Beginn verzögern. Typ 2 hat jedoch nicht eine einzige Ursache, und Lebensstil ist keine sichere Erklärung für eine individuelle Diagnose. Eine Behandlung wird an die jeweilige Person angepasst. Dazu können Medikamente gehören; bei einem Teil der Betroffenen wird im Verlauf Insulin nötig.

Typ 3 umfasst mehrere Sonderformen

Typ 3 ist ein Sammelbegriff für Diabetesformen mit bestimmten Ursachen. Deshalb verlaufen sie unterschiedlich, und es gibt keine Behandlung, die für alle Unterformen gilt.

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Eine Gruppe sind genetische Formen wie MODY. Sie entstehen durch bestimmte Veränderungen in einzelnen Genen. Bei Verdacht können genetische Untersuchungen helfen, die Form zu bestimmen. Die genaue Einordnung ist relevant, weil die Behandlung je nach genetischer Ursache anders ausfallen kann.

Zu Typ 3 gehören auch Diabetesformen, die durch Erkrankungen oder Schäden an der Bauchspeicheldrüse entstehen. Dazu zählt Typ 3c, der etwa nach einer Entzündung oder Operation der Bauchspeicheldrüse auftreten kann. Wenn dadurch auch die Verdauung beeinträchtigt ist, reicht es möglicherweise nicht aus, nur den Blutzucker zu regulieren. Bei einem Mangel an Verdauungsenzymen können Präparate mit diesen Enzymen Teil der Behandlung sein.

Auch bestimmte Medikamente können Diabetes auslösen. Wer nach Beginn oder Änderung einer medikamentösen Behandlung erhöhte Blutzuckerwerte feststellt, sollte dies ärztlich besprechen. Verordnete Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt werden.

Symptome zeigen den Typ nicht

Die Beschwerden bei den verschiedenen Diabetesformen überschneiden sich. Durst und häufiges Wasserlassen können bei mehreren Typen auftreten. Auch ein unauffälliger Körperbau schließt Typ 2 nicht aus, und eine Insulinbehandlung beweist keinen Typ 1. Manche Menschen mit Typ 2 benötigen Insulin; bei bestimmten Typ-3-Formen ist es ebenfalls erforderlich.

Nach einer früheren Entzündung der Bauchspeicheldrüse, einer entsprechenden Operation oder bei Verdacht auf eine erbliche Form sollte die Vorgeschichte bei der Abklärung zur Sprache kommen. Solche Hinweise ermöglichen keine Selbstdiagnose, helfen der Ärztin oder dem Arzt aber bei der Entscheidung über weitere Untersuchungen.

Diagnose braucht Laborwerte und Vorgeschichte

Eine Blutuntersuchung zeigt zunächst, ob Diabetes vorliegt. Dazu zählen unter anderem der Langzeitblutzuckerwert HbA1c und der Nüchternblutzucker. Auch ein Glukosetoleranztest kommt infrage. Der Glukosetoleranztest prüft, wie der Körper eine festgelegte Menge Zucker verarbeitet. Wenn keine eindeutigen Zeichen für stark erhöhten Blutzucker vorliegen, bestätigen Fachleute auffällige Werte in der Regel durch weitere Messungen.

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Die Bestätigung von Diabetes klärt noch nicht, um welchen Typ es sich handelt. Bei unklarem Verlauf können Autoantikörpertests Hinweise auf Typ 1 geben. Eine Messung des C-Peptids, eines bei der körpereigenen Insulinbildung entstehenden Eiweißfragments, kann helfen, die eigene Insulinproduktion einzuschätzen. Je nach Verdacht kommen außerdem genetische Untersuchungen oder eine Abklärung der Bauchspeicheldrüse infrage. Welche Tests sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall ab.

Wann rasch Hilfe nötig ist

Starker Durst und häufiges Wasserlassen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn Müdigkeit, Sehstörungen oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust dazukommen. Erbrechen, Bauchschmerzen, tiefe oder schnelle Atmung und Benommenheit können auf eine akute Stoffwechselentgleisung hinweisen. In dieser Situation ist sofort medizinische Hilfe nötig; bei schweren Beschwerden sollte der Rettungsdienst verständigt werden.