Wer bei Milchprodukten auf Laktose oder den Blutzucker achten muss, sollte zwei verschiedene Fragen trennen: Verträgt der Darm den Milchzucker, und wie viele Kohlenhydrate enthält das Produkt? Laktose ist der natürliche Zucker in Milch. Bei Diabetes funktioniert die Steuerung des Blutzuckers durch das Hormon Insulin nicht richtig.

Bei einer Laktoseintoleranz kann der Darm Milchzucker nicht ausreichend verdauen. Diabetes und Laktoseintoleranz sind unterschiedliche gesundheitliche Themen. Milchprodukte müssen bei Diabetes nicht pauschal gemieden werden; bei einer Milchallergie reicht die Angabe „laktosefrei“ dagegen nicht als Sicherheitshinweis.

Wie der Darm Laktose verarbeitet

Laktase ist ein Enzym, das Laktose im Dünndarm in kleinere Zucker zerlegt, die der Körper aufnehmen kann. Wenn nicht genug Laktase vorhanden ist, gelangt ein Teil der Laktose in den Dickdarm. Dort bauen Darmbakterien sie ab. Dabei entstehen Gase und andere Stoffe, die Beschwerden auslösen können.

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Typisch sind Blähungen, ein aufgeblähter Bauch, Unterbauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Auch Verstopfung kommt vor. Die Beschwerden beginnen frühestens etwa eine halbe Stunde nach dem Verzehr und sind häufig nach rund eineinhalb bis zwei Stunden am stärksten. Welche Menge Beschwerden auslöst, ist von Person zu Person verschieden.

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Bauchbeschwerden nach Milchprodukten beweisen keine Laktoseintoleranz. Auch andere Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann die Ursache abklären. In Deutschland gehört der Atemtest zu den üblichen Untersuchungen. Dabei ist auch wichtig, ob während des Tests typische Beschwerden auftreten. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sollte ein vollständiger Verzicht auf Milchprodukte eine ärztliche Abklärung nicht ersetzen.

Was Diabetes mit Milchzucker zu tun hat

Bei Diabetes ist die Blutzuckerregulation gestört. Bei Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin, während Körperzellen bei Typ-2-Diabetes nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. Eine Laktoseintoleranz betrifft dagegen die Verdauung von Milchzucker.

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Milch und Joghurt enthalten Kohlenhydrate aus Laktose. Menschen mit Diabetes achten deshalb auf die Kohlenhydratmenge ihrer jeweiligen Portion. Wer die Insulindosis für eine Mahlzeit berechnet, bezieht deren Kohlenhydrate ein. Eine allgemeingültige Portions- oder Insulinempfehlung gibt es dafür nicht.

Auch laktosefreie Milch enthält weiterhin Kohlenhydrate. Bei ihrer Herstellung wird Laktose häufig in Glukose und Galaktose gespalten. Das macht das Produkt nicht zucker- oder kohlenhydratfrei. Aus einer Laktoseintoleranz folgt zudem nicht, dass jemand Diabetes hat oder bekommen wird.

Milchallergie erkennen

Bei einer Laktoseintoleranz geht es um die Verdauung von Milchzucker. Eine Milchallergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf Bestandteile der Milch, meist Milcheiweiße. Sie kann neben Magen-Darm-Beschwerden auch Haut- oder Atemwegssymptome auslösen.

Laktosefreie Kuhmilch kann weiterhin Milcheiweiß enthalten und ist deshalb bei einer Milchallergie nicht automatisch geeignet. Bei Allergieverdacht zählen die Zutatenliste und die hervorgehobenen Allergenhinweise. Bei Atemnot oder einer rasch zunehmenden Schwellung ist sofort medizinische Notfallhilfe erforderlich.

Eine Person prüft im Laden die Zutaten- und Allergenangaben auf einer Milchverpackung.
„Laktosefrei“ bedeutet nicht, dass ein Produkt frei von Milchbestandteilen ist.

Welche Angaben beim Einkauf helfen

Die passende Kennzeichnung hängt davon ab, ob Sie Laktose meiden, Kohlenhydrate berücksichtigen oder Milchbestandteile wegen einer Allergie ausschließen müssen.

Anliegen Auf der Verpackung prüfen
Laktoseintoleranz Die Angabe „laktosefrei“ und, falls genannt, den Laktosegehalt. Für Käse und bestimmte Milcherzeugnisse gilt in Deutschland für diese Kennzeichnung ein Wert von weniger als 0,1 Gramm Laktose je 100 Gramm oder 100 Milliliter. Für andere Lebensmittelgruppen gibt es keine einheitliche gesetzliche Regelung zu diesem Grenzwert.
Diabetes In der Nährwerttabelle die Kohlenhydrate je 100 Gramm oder 100 Milliliter und die verzehrte Portionsgröße berücksichtigen. „Davon Zucker“ bezeichnet den Gesamtgehalt an Zucker, nicht den Laktosegehalt allein.
Milchallergie Zutatenliste und Allergenhinweise prüfen. „Laktosefrei“ sagt nicht aus, dass ein Produkt frei von Milchbestandteilen ist.

Ein vollständiger Verzicht auf Milchprodukte ist bei Laktoseintoleranz meist nicht nötig. Viele Betroffene vertragen bestimmte Mengen oder einzelne Produkte. Als allgemeine Orientierung werden bis zu 12 Gramm Laktose auf einmal oder 24 Gramm über den Tag verteilt genannt, etwa entsprechend 250 beziehungsweise 500 Millilitern Milch. Diese Werte zeigen nicht, wie viel Laktose eine einzelne Person verträgt. Wer Milchprodukte stark einschränkt, sollte außerdem auf eine ausreichende Kalziumzufuhr achten.