Who Diabetes Mellitus

Wer Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit in Deutschland ++ RKI, GBE. Zuckerkrankheit in Deutschland In der GEDA Studie 2009 gaben 11,5 Prozent der Männer und 11,5 Prozent der Männer in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) an, dass Diabetes je diagnostiziert wurde und damit häufiger von Diabetes befallen ist als Männer und Männer in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) mit 8,7 Prozent bzw. 7,9 Prozent.

In der regionalen Analyse wird auch auf Nord-Süd-Unterschiede im Anteil des Diabetes an der Erwachsenenbevölkerung hingewiesen (Abbildung 3). Ausgehend von früheren RKI-Gesundheitserhebungen konnte die zeitlich bedingte Prävalenz von Diabetes in der 25- bis 69-jährigen Bevölkerung ab 1990/92 nachvollzogen werden. Noch vor wenigen Jahren (1990/92 bis 2003/05) gab es keinen signifikanten statistischen Verlauf mindestens für diese Altersklasse (Heidemann et al. 2009).

Einschließlich der vorliegenden Zahlen der GEDA 2009 kann erstmalig ein deutlicher Zuwachs in der Diabetesprävalenz bei den 25- bis 69-Jährigen auf Bevölkerungsebene nachgewiesen werden (RKI 2009a). Aufgrund der unterschiedlichen Altersbegrenzungen fÃ?r die Anwerbung von Teilnehmern an vorangegangenen Gesundheitserhebungen können jedoch nur zwei Beobachtungen gemacht werden: die GSTel03-Studie aus dem Jahr 2002/03 und die GEDA-Studie aus dem Jahr 2009. Der zu beobachtende Zuwachs der DiabetesprÃ?valenz ist zum Teil ( "etwa ein FÃ?nftel") auf das  "AlternÂ" der Bevölkerung zurÃ?ckzufÃ?hren.

Neben der demographischen Überalterung gab es zwischen 2003 und 2008 auch einen signifikanten Zuwachs bei der Diabetes-Prävalenz. In der Telefongesundheitsbefragung 2003 wurden Probanden mit einer medizinischen Diagnose von Diabetes nach den für sie charakteristischen Diabetes-Komplikationen befragt, die je aufgetreten waren. Über 10% der Diabetiker berichteten von einer schweren (akuten) Hypoglykämie.

Die am häufigsten gemeldeten langfristigen Folgekomplikationen waren Herzkomplikationen, die durch diabetische Augenkrankheiten, diabetische Nervenerkrankungen, diabetisches Fußsyndrom, diabetische Nierenerkrankungen und amputierte Patienten verursacht wurden (Tabelle 2). Etwa die Hälfte der Menschen mit Diabetes hat noch keine der erwähnten Schwierigkeiten erlebt (Burger, Tiemann 2005). Auswertungen der versicherten Daten der einzelnen Kassen oder aus den Daten regionaler Erkrankungen zeigen, dass sich die in der Erklärung von St. Vincent (1989) geforderte Reduktion schwerwiegender Diabeteserkrankungen im Laufe der Zeit wenigstens partiell gebessert hat.

Obwohl Menschen mit Diabetes immer noch wesentlich häufiger von Blindheit, Amputation, Niereninsuffizienz, Herzkrankheiten und Komplikationen in der Schwangerschaft befallen sind als Menschen, die nicht krank sind. Allerdings sind die Häufigkeit neuer Erblindungsfälle ( "Genz et al. 2010") und amputierter Fälle ("Icks et al. 2009a") sowie die Häufigkeit schwerer Komplikationen in der Schwangerschaft ("Beyerlein et al. 2010") bei Diabetikern seit den 1990er Jahren stärker zurückgegangen als bei Nicht-Patienten.

Bei Nierenversagen ( "Icks et al. 2011") und Herzkrankheiten ( "Icks et al. 2009b") konnte diese Feststellung nicht gemacht werden. Bisher sind keine landesweiten Angaben zur Beurteilung der Erfüllung der in der Erklärung von St. Vincent festgelegten Versorgungsziele verfügbar. Möglicherweise ist dies auch auf die großen Bemühungen der vergangenen Jahre zurückzuführen, die Betreuung von Diabetikern zu gestalten und in ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem zu integrieren.

Die 2003 und 2004 eingeführten Gesundheitsprogramme (Disease Management Programs - DMP) für Typ 2 und Typ 1 Diabetes sind wichtige Bestandteile. In einem DMP ) für Typ-2-Diabetes waren bis einschließlich 2011 3,43 Mio. Menschen und in einem DMP) für Typ-1-Diabetes sogar rund 1.000 Menschen registriert. Darüber hinaus ist die Überarbeitung der National Guidelines for Type 2 Diabetes Care (NVL) in Modulform zur Diagnostik und Therapie von spezifischen Diabetes-Komplikationen und zur aktiven Beteiligung der Betroffenen an den Versorgungsprozessen vorgesehen (http://www.diabetes.versorgungsleitlinien. de).

Zurzeit werden in Deutschland auf Basis zentraler NVL-Empfehlungen Kennzahlen zur Darstellung der Versorgungsqualität erarbeitet. Noch ist die Erarbeitung von Qualitätsindikatoren für die Betreuung von Typ-2-Diabetikern nicht vollständig ( http://www.aqua-institut. de). Die GSTel03 hat auf Basis landesweiter Erhebungen kürzlich Informationen über die Nutzung von Therapie- und Betreuungsangeboten für Menschen mit Diabetes erlangt.

Bei allen Teilnehmern mit angegebener Diabetes-Diagnose wurde nach der derzeit verfügbaren Behandlungsart befragt. Alles in allem nur etwa jeder siebte Betreffende (14%) gab an, allein durch Veränderungen in der Ernährung und/oder der körperlichen Aktivität therapiert zu werden (Burger, Tiemann 2005) - obwohl diese bei der Therapie von Typ-2-Diabetikern, die den größten Anteil an Diabetes ausmachen, im Mittelpunkt des Interesses gestanden haben sollten.

Bei fast der Hälfte der Befragten beruhte die Therapie auf einer Mischung aus Verhaltensänderung und medikamentöser Therapie, entweder mit einer Tablette (26%), mit Insulin (14%) oder mit einer Tablette und Insulin (5%). Bei 14% der Patienten wurde ausschließlich mit Medikamenten therapiert. In GSTel03 wurden auch Teilnehmer mit einer Diabetes-Diagnose nach der Häufigkeit von wichtigen Pflegemaßnahmen gefragt.

Während in den vergangenen 12 Monaten etwa 70% der Diabetiker über eine Augenhintergrundmessung berichteten, gab nur etwa die Hälfte eine medizinische Fußuntersuchung an. Die Krankenhausstatistiken zeigen, dass die Zahl der im Spital wegen Diabetes insgesamt betreuten Fälle zwischen 2000 und 2009 mit rund 210.000 pro Jahr vergleichsweise gleichbleibend war.

Allerdings wird davon ausgegangen, dass diese Angaben die Wichtigkeit von Diabetes für den Krankenhausaufenthalt unterschätzen. Somit geht häufig nicht der Diabetes, sondern eine Folgekrankheit als verantwortungsvolle Haupt-Diagnose in die offizielle Statistik ein. Das Statistische Bundesamt führt für 2008 die direkten Ausgaben für die Betreuung von Diabetikern (durch stationäre und stationäre Behandlungen, Pflege- und Rehabilitationsdienste sowie Medikamente) in Deutschland auf 6,34 Mrd. EUR zurück.

Betrachtet man den Zeitverlauf, so steigen die unmittelbaren Diabeteskosten allmählich an. Beispielsweise stiegen die Diabeteskosten 2008 im Verhältnis zu 2002 um 28%, wobei die Gesamtkosten aller Erkrankungen nur um 16% stiegen. Der Aufwand für die Therapie von diabetischen Begleit- und Folgekrankheiten ist in diesen Schätzungen jedoch nicht inbegriffen.

Berücksichtigt man diese, so dürften die unmittelbaren Ausgaben nach der Costs of Diabetes Mellitus (CoDiM)-Studie etwa dreimal so hoch sein (2007: 19,1 Milliarden) (Köster et al. 2011). Wenn man die Folgekosten einer Diabetes-Erkrankung (durch Verlust von Ressourcen bei Arbeitsunfähigkeit oder Vorruhestand) noch berücksichtigt, können die gesamten Ausgaben gar rund viermal so hoch sein (Hauner 2006).

Aus den vorgestellten Zahlen geht hervor, dass die Prävalenz des Diabetes in der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland zwischen 2003 und 2010 gestiegen ist, was zum Teil auf das "Altern" der Bevölkerung zurückzuführen ist. Die Bedeutung zusätzlicher Einflussfaktoren (z.B. steigende Streuung der Diabetesrisikofaktoren, bessere Früherkennungsmaßnahmen und bessere Behandlung) muss geprüft werden.

Darüber hinaus ist teilweise eine Besserung der Pflegesituation bei Patienten festzustellen, die sich sowohl auf die Pflegeprozesse als auch auf die Pflegeergebnisse auswirkt. Zugleich gibt es aber Anzeichen dafÃ?r, dass insbesondere Diabetes-Patienten mit einer groÃ?en Komplikationswahrscheinlichkeit Ã?ber die strukturelle DMP-Versorgung nicht ausreichend versorgt werden (SchÃ?fer et al. 2010).

Beim Interpretieren der spezifizierten Diabetesprävalenzen ist zu berücksichtigen, dass die verfügbare Datenbasis keine Schätzung der Prävalenz des nicht erkannten Diabetes erlaubte. Das wäre jedoch erforderlich, um die Gesamtbelastung durch Diabetes mellitus abzuschätzen. Es ist möglich, dass ein Anstieg der Prävalenz von diagnostiziertem Diabetes in Deutschland im Wesentlichen auf bessere Information und frühere Diagnose zurückzuführen ist.

Die Prävalenz von unentdecktem Diabetes würde demnach erwartungsgemäß gleich bleibend oder gar rückläufig sein, wie zum Beispiel in den USA und Großbritannien (Gregg et al. 2004, Pierce et al. 2009). Schätzungen der Prävalenz von unentdecktem Diabetes in Deutschland lagen bisher nur selektiv aus Regionalstudien im Großraum Augsburg vor.

Basierend auf standardisierten Glukosetoleranztests wurde in Teilproben der KORA-Kohorte eine Prävalenz von unentdecktem Diabetes festgestellt, die so hoch war wie die Prävalenz von diagnostiziertem Diabetes (Rathmann et al. 2003, Meisinger et al. 2010). Das RKI kann im Zuge des laufenden Gesundheitsmonitoring auch in Zukunft durch regelmäßige, bevölkerungsrepräsentative Querschnittsbefragungen wesentliche Kennzahlen zur Diabetesprävalenz und zur Nutzung von diabetes-spezifischen Versorgungsangeboten bereitstellen.

Für eine flächendeckende Überwachung der Krankheit und der Versorgungsqualität in Deutschland sind auch regelmäßig verfügbare Informationen über die neue Erkrankungsrate des Typ-2-Diabetes, über Organ-Komplikationen sowie über regionale Versorgungsprozesse und -strukturen erforderlich. Aus diesem Grund hat die OECD (Organisation für ökonomische Kooperation und Entwicklung) eine Schätzung der Qualität der Versorgung chronischer Erkrankungen mit einem hohen Versorgungspotential durch die Quote der zu vermeidenden Krankenhauseinweisungen angeregt.

Dies sind stationÃ?re Bilder bei Diabetes aufgrund von akuten diabetischen Erkrankungen (Drösler, Scheidt-Nave 2010). Im Kompetenznetz Diabetes mellitus (http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus. net) fand ein Verbund von regionalen (SHIP, KORA S4/F4, MONICA, CARLA, DGS, HNR) und bundesweiten bevölkerungsrepräsentativen Gesundheitsstudien (BGS98, DEGS) statt. Anhand der Grundlagenerhebungen werden die regionalen Prävalenzunterschiede bei diagnostiziertem Diabetes mellitus dargestellt und der Einfluß sozialdemographischer Differenzen untersucht.

Dr. Christin Heidemann, Dr. Dr. Yong Du, Dr. Christine Hagen, Dr. Abt. : Diabetes mellitus in Deutschland.

Mehr zum Thema