Inhalt anzeigen
  1. Wann Sie sofort 112 rufen sollten
  2. Welche Anzeichen zu einer Unterzuckerung passen können
  3. Was Sie bei möglicher Unterzuckerung tun können
  4. Was Angehörige zu Glukagon wissen sollten
  5. Wann die Behandlung überprüft werden sollte
  6. Quellen

Akute Orientierung

Schwindel kann bei einer Unterzuckerung
vorkommen. Er beweist sie aber nicht.
Auch bei einer Überzuckerung
kann Schwindel auftreten. Entscheidend sind deshalb die Situation, weitere
Anzeichen und – wenn es sicher möglich ist – ein gemessener Glukosewert.

Welche Anzeichen zu einer Unterzuckerung passen können

Unterzuckerungen betreffen vor allem Menschen, die Insulin oder bestimmte
blutzuckersenkende Medikamente anwenden. Mögliche Anzeichen sind neben
Schwindel zum Beispiel Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Herzklopfen, Blässe,
Unruhe sowie Seh-, Sprach- oder Konzentrationsstörungen. Bei schweren
Verläufen können Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit auftreten.

Die Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und treten nicht
immer gemeinsam auf. Schwindel allein reicht daher nicht aus, um eine
Unterzuckerung festzustellen. Wer keinen Diabetes hat oder keinen
blutzuckersenkenden Behandlungsplan nutzt, sollte wiederkehrenden oder
unklaren Schwindel ärztlich abklären lassen.

Was Sie bei möglicher Unterzuckerung tun können

  1. Für Sicherheit sorgen: Unterbrechen Sie die aktuelle
    Tätigkeit, setzen oder legen Sie sich sicher hin. Bleiben Sie bei einer
    betroffenen Person.
  2. Wenn die Person ansprechbar ist und sicher schlucken
    kann:
    Folgen Sie dem persönlichen Hypo-Notfallplan. Bei einer
    eindeutigen oder gemessenen Unterzuckerung eignen sich schnell verfügbare
    Kohlenhydrate, etwa Traubenzucker oder ein klar zuckerhaltiges Getränk.
    Verwenden Sie dafür kein nur mit Süßstoff gesüßtes Light- oder
    Zero-Getränk.
  3. Wenn unklar ist, ob der Wert zu niedrig oder zu hoch
    ist:
    Messen oder scannen Sie den Glukosewert, sofern das sicher und
    ohne Verzögerung möglich ist. Bei einer eindeutigen Unterzuckerung soll die
    schnelle Zuckeraufnahme nicht auf eine spätere Messung warten.
  4. Danach: Beobachten Sie Beschwerden und Glukosewert
    entsprechend dem persönlichen Notfallplan. Wird die Person schlechter,
    kann sie nicht mehr sicher schlucken oder bleibt die Situation unklar,
    rufen Sie 112.

Was Angehörige zu Glukagon wissen sollten

Ein verordnetes Glukagon-Notfallprodukt kommt nur infrage, wenn es
vorhanden, im persönlichen Notfallplan vorgesehen und die helfende Person mit
der Anwendung vertraut ist. Beachten Sie die Anleitung des konkreten
Produkts. Bei Bewusstlosigkeit wird immer 112 gerufen.

Ist unklar, ob eine Unter- oder Überzuckerung vorliegt, geben Sie weder
Glukagon noch Insulin. Flößen Sie einer bewusstlosen Person niemals etwas
ein.

Wann die Behandlung überprüft werden sollte

Wiederkehrende, nächtliche oder nicht erklärbare Unterzuckerungen gehören
zeitnah in das Diabetesteam. Ändern Sie Insulin oder andere Medikamente nicht
auf Grundlage dieses Artikels. Bringen Sie, wenn vorhanden, Mess- oder
Sensordaten und Notizen zur Situation mit.

Quellen

Recherche geprüft am 23. Juli 2026 · Eine Änderung
des Textes oder der Quellen erfordert eine erneute Prüfung.