Schwitzen Zucker

Schweißzucker

Gewöhnliche Warnzeichen einer beginnenden Hypoglykämie sind: Schwitzen kann verschiedene Ursachen haben. Der Kaffee, der Zucker und der Alkohol fördern die Hyperhidrose. Stark schwitzend: Gründe und was Sie dagegen tun können

Trotzdem sehen viele Menschen in starkem Schwitzen ein Anzeichen für mangelnde Kontrolle und Unachtsamkeit - und das wissen die Beteiligten nur zu gut. "Es gibt viele Menschen, die unter Schwitzen gelitten haben. Die wissen, dass dies nicht sozialverträglich ist", sagt Martina Hund. Früher hat sie an der Charité in Berlin Menschen mit übermäßiger Schweißausscheidung betreut - Hyperhidrose ist der Fachbegriff für diese Erkrankung.

Heutzutage ist er in einer privaten Praxis am Berliner Kürfürstendamm tätig, wo er auch Menschen mit starkem Schwitzen beratet. Nicht jeder, der viel Schwitzen hat, ist erkrankt. Ganz im Gegenteil: Obwohl Schwitzen unerfreulich ist, ist es ein wichtiger schützender Mechanismus, der den Organismus vor Überwärmung bewahrt. Es dringt durch die Porosität in die Epidermis ein, verdampft und abkühlt - an manchen Tagen sind es im Durchschnitt 0,5 bis 0,7 l.

Täglich laufen zwei bis drei, im Extremfall bis zu zehn Litern Schweiss in Strömen über Gesicht und Nacken. "Wenn Sie viel schwitzen, sollten Sie Ihre Achseln abrasieren - besonders die Keime in Ihrem Haar sind angenehm ", so Martina Hund. Durch die Verbrennung von Nährstoffen erhält unser Organismus neue Energien.

Für eine Überhitzung des Körpers sorgt die so genannte eccrine Schweißdrüse: Sie produziert Schweiss, der verdampft und den Organismus abkühlt. Kein Wunder, dass viele Menschen vor allem an Hand und Fuß schwitzen: Es gibt 400 eccrine Schweissdrüsen pro Zentimeter. Diese werden in emotionale Reize aktiv: in Furcht, Ärger oder Aufregung.

"Wenn ein T-Shirt nicht bei 60 °C gereinigt wird, kann Schweiß im Stoff bleiben", sagt Hund. Der zu Martina Hund in die Sprechstunde Hyperhidrose kommt, hat oft schon alles gegen das übertriebene Schwitzen versucht: Die einen schwitzen am ganzen Leib, die anderen nur an der Hand oder an den Füssen - aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie beschämt.

Oft wagen sie es nicht einmal, sich die Hände zu schütteln - aus Furcht, die anderen könnten sich vor ihren nassen Händen scheuen. Es gibt viele Gründe für das starke Schwitzen, sagt Hund: "Krankheiten wie Zuckerkrankheit, Störungen der Schilddrüsenhormone, Infektionskrankheiten und Tumore können die Auslösefaktoren sein. "Sogar klimakterische und übergewichtige Menschen schwitzen rascher, erklärt Hund - "die Fettansammlung am Hinterleib isoliert", der Organismus heizt über.

Wenn man diese Gründe beseitigt, geht das störende Schwitzen meist von selbst verloren. Aber immer wieder gibt es auch Menschen, die in Martina Hunds Sprechzimmer Platz nehmen, wo die Klimatisierung ihres Organismus durchdreht. Manche Patientinnen sagen mir, dass sie auf dem Couch hocken und die Tageszeitung vorlesen.

Dog empfehlt solche Patientinnen wie das erste hoch dosierte Aluminiumchlorid-Deodorant - dieser Kristall blockiert die Ausscheidungskanäle der Drüsen. In der Nacht schwitzen Sie weniger - am Tag werden die Salze rasch vom Schweiss weggespült. In verschwitzten HÃ?nden oder FÃ?Ã?en helfen oft so genannte Iontoporese: Es gibt bereits eine Operation, bei der die NervenstrÃ?nge gekappt werden, die den Schub zum Schwitzen Ã?bertragen: die â??Endoskopische Sympathikblockadeâ??.

"Aber das ist wirklich der letzte Ausweg, wenn alles andere nicht funktioniert", sagt Hund. Dies kann zu erheblichen Begleiterscheinungen führen, wie z.B. vermehrtes Schwitzen von der Brustseite nach einer solchen OP. Zu guter Letzt ist exzessives Schwitzen auch ein psychologisches Problem: Manche Menschen haben nichts dagegen, dass Schweiss in Bächen abläuft, für andere sind Schweißflecken auf Hemden oder Blusen ein Zugeständnis der Selbstzerstörung.

Da die Furcht den Ausbruch des Schwitzens erhöht, fallen viele Hyperhidrosepatienten in einen Teufelskreis: "Sie haben Furcht vor Schwitzen, Krämpfen und dann noch mehr Schweiß", so Hund. "Manche Patientinnen entziehen sich deshalb vollständig. "Auch für Menschen mit Hyperhidrosis sind Entspannungsmethoden oft nützlich - sie tragen dazu bei, das Schwitzen als das zu akzeptieren, was es ist: eine teilweise unerfreuliche, aber lebensnotwendige Körperfunktion.

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