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Akute Orientierung
Schwindel kann bei einer Unterzuckerung
vorkommen. Er beweist sie aber nicht. Auch bei einer Überzuckerung
kann Schwindel auftreten. Entscheidend sind deshalb die Situation, weitere
Anzeichen und – wenn es sicher möglich ist – ein gemessener Glukosewert.
Welche Anzeichen zu einer Unterzuckerung passen können
Unterzuckerungen betreffen vor allem Menschen, die Insulin oder bestimmte
blutzuckersenkende Medikamente anwenden. Mögliche Anzeichen sind neben
Schwindel zum Beispiel Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Herzklopfen, Blässe,
Unruhe sowie Seh-, Sprach- oder Konzentrationsstörungen. Bei schweren
Verläufen können Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit auftreten.
Die Beschwerden unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und treten nicht
immer gemeinsam auf. Schwindel allein reicht daher nicht aus, um eine
Unterzuckerung festzustellen. Wer keinen Diabetes hat oder keinen
blutzuckersenkenden Behandlungsplan nutzt, sollte wiederkehrenden oder
unklaren Schwindel ärztlich abklären lassen.
Was Sie bei möglicher Unterzuckerung tun können
- Für Sicherheit sorgen: Unterbrechen Sie die aktuelle
Tätigkeit, setzen oder legen Sie sich sicher hin. Bleiben Sie bei einer
betroffenen Person. - Wenn die Person ansprechbar ist und sicher schlucken
kann: Folgen Sie dem persönlichen Hypo-Notfallplan. Bei einer
eindeutigen oder gemessenen Unterzuckerung eignen sich schnell verfügbare
Kohlenhydrate, etwa Traubenzucker oder ein klar zuckerhaltiges Getränk.
Verwenden Sie dafür kein nur mit Süßstoff gesüßtes Light- oder
Zero-Getränk. - Wenn unklar ist, ob der Wert zu niedrig oder zu hoch
ist: Messen oder scannen Sie den Glukosewert, sofern das sicher und
ohne Verzögerung möglich ist. Bei einer eindeutigen Unterzuckerung soll die
schnelle Zuckeraufnahme nicht auf eine spätere Messung warten. - Danach: Beobachten Sie Beschwerden und Glukosewert
entsprechend dem persönlichen Notfallplan. Wird die Person schlechter,
kann sie nicht mehr sicher schlucken oder bleibt die Situation unklar,
rufen Sie 112.
Was Angehörige zu Glukagon wissen sollten
Ein verordnetes Glukagon-Notfallprodukt kommt nur infrage, wenn es
vorhanden, im persönlichen Notfallplan vorgesehen und die helfende Person mit
der Anwendung vertraut ist. Beachten Sie die Anleitung des konkreten
Produkts. Bei Bewusstlosigkeit wird immer 112 gerufen.
Ist unklar, ob eine Unter- oder Überzuckerung vorliegt, geben Sie weder
Glukagon noch Insulin. Flößen Sie einer bewusstlosen Person niemals etwas
ein.
Wann die Behandlung überprüft werden sollte
Wiederkehrende, nächtliche oder nicht erklärbare Unterzuckerungen gehören
zeitnah in das Diabetesteam. Ändern Sie Insulin oder andere Medikamente nicht
auf Grundlage dieses Artikels. Bringen Sie, wenn vorhanden, Mess- oder
Sensordaten und Notizen zur Situation mit.
Quellen
- IQWiG:
Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes, aktualisiert am
18. Oktober 2023 - diabinfo.de:
Unterzuckerungen bei Diabetes, abgerufen am 23. Juli 2026 - diabinfo.de:
Diabetes-Notfall, Stand 4. April 2023 - Deutsches
Rotes Kreuz: Unterzuckerung,
Bewusstlosigkeit
und Schlaganfall,
abgerufen am 23. Juli 2026 - Deutscher
Rat für Wiederbelebung: Wie funktioniert eine Reanimation?, abgerufen
am 23. Juli 2026
Recherche geprüft am 23. Juli 2026 · Eine Änderung
des Textes oder der Quellen erfordert eine erneute Prüfung.