Wer Diabetes hat und mit dem Rauchen aufhören möchte, kann sich beraten lassen, einen Kurs besuchen, Selbsthilfe nutzen oder Medikamente zur Tabakentwöhnung einsetzen. Nikotin kann abhängig machen; Schwierigkeiten beim Aufhören sind deshalb kein Zeichen mangelnder Disziplin. Mehrere Anläufe kommen vor, und ein Ausrutscher kann helfen, den nächsten Versuch besser vorzubereiten.

Rauchstopp und Diabetesbehandlung hängen zusammen, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Eine Rauchstopp-Beratung hilft beim Aufhören. Die behandelnde Praxis oder das Diabetes-Team begleitet dagegen die Blutzuckerkontrollen und bespricht mit Ihnen Änderungen an Insulin oder anderen Diabetesmedikamenten.

Den Rauchstopp vorbereiten

Ein konkreter Plan kann den Einstieg erleichtern. Legen Sie einen möglichen Termin für den Rauchstopp fest. Überlegen Sie, in welchen Situationen Sie besonders wahrscheinlich zur Zigarette greifen, etwa nach dem Essen oder bei Stress. Planen Sie vorher, was Sie in solchen Momenten stattdessen tun können. Angehörige oder Freundinnen und Freunde können unterstützen, wenn die betroffene Person das möchte.

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Frühere Versuche liefern Hinweise darauf, was geholfen hat und wo es schwierig wurde. Ein Rückfall macht die bisherigen Schritte nicht wertlos. Er kann Anlass sein, die Vorbereitung anzupassen oder zusätzliche Beratung zu nutzen. Kein einzelner Plan garantiert den Erfolg.

Beratung und Kurse nutzen

In Deutschland bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit eine kostenfreie Telefonberatung unter 0800 8 31 31 31 an. Bei der Vorbereitung und Planung hilft die Beratung; nach Rückfällen bietet sie Unterstützung. Auf Wunsch vermittelt sie außerdem an Gruppenangebote oder Beratungsstellen. Laut Institut sind während des Rauchstopps bis zu fünf Rückrufe möglich. Die Beratungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Da Öffnungszeiten sich ändern können, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Angaben des Instituts.

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Das Institut bietet auch ein kostenloses Onlineprogramm und Materialien zur Selbsthilfe. Gruppenkurse sind eine weitere Möglichkeit. Krankenkassen übernehmen häufig einen Teil oder sogar die gesamten Kurskosten. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Kosten sie übernimmt. Hausarztpraxen und Suchtberatungsstellen können ebenfalls beim Finden eines passenden Angebots helfen.

Nikotinersatz und Medikamente besprechen

Nikotinpflaster, Kaugummis, Lutschtabletten oder Sprays geben Nikotin ab, aber keinen Tabakrauch. Sie können Entzugssymptome lindern. Studien zur Rauchentwöhnung allgemein zeigen nicht, wie gut eine bestimmte Methode bei einer einzelnen Person mit Diabetes wirkt.

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Ärztinnen und Ärzte können außerdem prüfen, ob ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Tabakentwöhnung infrage kommt. Dazu zählen Wirkstoffe wie Vareniclin, Bupropion oder Cytisin. Welche Mittel geeignet sind, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand und von möglichen Wechselwirkungen ab. Besprechen Sie Nikotinersatz bei Diabetes ebenfalls mit einer Ärztin, einem Arzt, einer Apothekerin oder einem Apotheker. Nikotin kann den Blutzucker beeinflussen; daraus folgt jedoch nicht, dass Nikotinersatz bei Diabetes grundsätzlich ungeeignet ist.

Blutzuckerwerte individuell begleiten

Nach dem Rauchstopp können sich Blutzuckerwerte verändern. Der Verlauf ist nicht bei allen gleich, und die Studienlage zu Veränderungen bei Menschen mit Diabetes ist begrenzt. Eine britische Beobachtungsstudie mit Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes fand bei Personen, die mindestens ein Jahr abstinent blieben, im ersten Jahr einen durchschnittlichen Anstieg des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c um 0,21 Prozentpunkte. Mit längerer Abstinenz wurde der Unterschied kleiner. Diese Beobachtung sagt nicht voraus, wie sich der HbA1c-Wert einer einzelnen Person entwickelt.

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Fragen Sie Ihre behandelnde Praxis, ob Sie in Ihrer Situation häufiger oder seltener den Blutzucker messen sollten. Passen Sie Insulin oder andere Diabetesmedikamente nicht eigenständig wegen des Rauchstopps an. Die Rauchstopp-Beratung kann beim Aufhören helfen, ersetzt aber keine Diabetesbetreuung.

Gewicht ohne Beschämung ansprechen

Nach einem Rauchstopp kann das Gewicht zunehmen. Die US-amerikanischen Diabetesstandards für 2026 nennen im Durchschnitt 3 bis 5 Kilogramm. Der Gewichtszuwachs kann vorübergehen; zugleich bleiben die Vorteile des Rauchstopps für Herz und Kreislauf bestehen. Der Durchschnitt sagt nicht voraus, wie sich das Gewicht einer einzelnen Person verändert.

Die Entscheidung für einen Rauchstopp und die Bewertung seines Erfolgs sollten unabhängig vom Gewicht erfolgen. Wenn Sie eine Gewichtsveränderung beunruhigt, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Praxis darüber. Der Rauchstopp muss dabei nicht an ein zusätzliches Abnehmziel geknüpft werden.