Bei Diabetes lohnt es sich, den Zucker- und Kohlenhydratgehalt von Getränken zu vergleichen. Wasser und ungesüßte Getränke sind eine einfache Wahl für den Alltag. Bei abgefüllten Getränken helfen die Nährwerttabelle und die Zutatenliste weiter: Die Tabelle nennt den Zuckergehalt, die Zutatenliste zeigt, welche Zutaten zugesetzt wurden.

Angaben wie „zuckerfrei“ und „ohne Zuckerzusatz“ bedeuten nicht dasselbe. Wer die Begriffe richtig versteht, kann Getränke besser vergleichen und erkennt, dass eine Werbeaussage nicht den gesamten Zuckergehalt verrät.

Wasser und ungesüßte Getränke

Trinkwasser und Mineralwasser sind geeignete Durstlöscher. Auch ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee ist geeignet. Kaffee sowie grüner und schwarzer Tee lassen sich ebenfalls ungesüßt trinken. Sie enthalten Koffein. Wasser lässt sich mit Kräutern oder Fruchtscheiben aromatisieren, ohne Zucker hinzuzufügen.

Editorial illustration for Getränke bei Diabetes: Worauf es bei der Auswahl ankommt

Limonaden, Cola, Eistee, Energydrinks und manche aromatisierten Wässer enthalten häufig zugesetzten Zucker. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung enthalten typische gezuckerte Erfrischungsgetränke etwa 80 bis 100 Gramm Zucker pro Liter. Das sind 8 bis 10 Gramm pro 100 Milliliter. Der tatsächliche Wert hängt vom Produkt ab, deshalb zählt beim Vergleich die jeweilige Nährwerttabelle.

Auch Fruchtsaft enthält Zucker, selbst wenn kein Zucker zugesetzt wurde. Eine Saftschorle enthält durch die Verdünnung weniger Saft pro Glas, bleibt aber ein Getränk mit Saftzucker. Als allgemeine Orientierung nennt die DGE ein Mischungsverhältnis von einem Teil Saft zu drei Teilen Wasser.

Ein kleiner Anteil Fruchtsaft wird zu einer größeren Menge Wasser in ein Glas gegossen.
Als Orientierung für eine Saftschorle gilt ein Teil Saft zu drei Teilen Wasser.

Nährwerttabelle richtig lesen

Auf Packungen stehen die Nährwerte meist je 100 Milliliter, sodass sich verschiedene Getränke vergleichen lassen. Da eine Flasche oder Portion mehr als 100 Milliliter enthalten kann, achten Sie auch auf die angegebene Portionsgröße.

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Die Zeile „Kohlenhydrate“ zählt auch andere Kohlenhydrate, die der Körper verwerten kann. „Davon Zucker“ gibt den Zucker gesondert an, unterscheidet aber nicht zwischen natürlich enthaltenem und zugesetztem Zucker. Ein Saft kann daher Zucker in der Nährwerttabelle ausweisen, obwohl ihm kein Zucker zugesetzt wurde.

Die Zutatenliste ergänzt die Tabelle. Grundsätzlich steht die Zutat mit dem größten Gewichtsanteil zuerst. Die Zutatenliste kann Hinweise auf zugesetzte Zuckerquellen geben, zeigt aber normalerweise nicht deren genaue Menge. Den Gesamtzuckergehalt können Sie deshalb besser in der Nährwerttabelle ablesen.

Angaben auf der Vorderseite

Die Begriffe „zuckerarm“, „zuckerfrei“ und „ohne Zuckerzusatz“ haben unterschiedliche rechtliche Bedeutungen. Für flüssige Lebensmittel gelten nach EU-Recht folgende Grenzen und Bedingungen:

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Angabe Bedeutung
Zuckerarm Höchstens 2,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
Zuckerfrei Höchstens 0,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
Ohne Zuckerzusatz Es wurden keine Zuckerarten oder anderen Lebensmittel wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt

„Zuckerfrei“ bedeutet rechtlich nicht zwingend, dass ein Getränk exakt null Gramm Zucker enthält, und „Ohne Zuckerzusatz“ schließt natürlich vorkommenden Zucker nicht aus. Bei Lebensmitteln mit natürlich enthaltenem Zucker ist ein entsprechender Hinweis vorgesehen. Ein Fruchtsaft kann deshalb „ohne Zuckerzusatz“ sein und trotzdem Zucker enthalten.

Lightgetränke einordnen

Lightgetränke enthalten häufig Süßstoffe anstelle von Zucker. Die DGE gibt Wasser und ungesüßten Getränken Vorrang vor Lightgetränken. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bewertet Süßstoffe in einer Praxisempfehlung zur Ernährungstherapie bei Typ-1-Diabetes aus dem Jahr 2022 differenzierter: Bei gelegentlicher Verwendung können sie Teil einer diabetesgerechten Ernährung sein.

Die Forschung zu möglichen gesundheitlichen Folgen von Süßstoffen ergibt kein einheitliches Bild. Beobachtungsstudien zeigen teils Zusammenhänge, belegen aber nicht, dass Süßstoffe die Ursache sind. Die DGE berichtet außerdem von leichten Gewichtsabnahmen in randomisierten Studien, vor allem wenn Süßstoffe Zucker ersetzten. Dabei wurden keine relevanten Veränderungen bei Diabetesmarkern festgestellt. Wasser und ungesüßte Getränke bleiben eine klare Orientierung. Wie süßstoffhaltige Getränke zu bewerten sind, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.