Diabetes Zucker

Zucker

Der Zucker ist eine unverzichtbare Energiequelle. Damit soll die Aufnahme von Glukose aus dem Blutkreislauf in die Zellen gefördert werden, wo der Zucker zur Energiegewinnung genutzt wird. Diabetes und Zucker - gibt es einen Bezug? Weil der Organismus auf Zucker für eine gute Funktion aufbaut. "Traubenzucker zum Nachdenken, Einatmen, Gehen.

Weil das so bedeutend ist, produziert der Organismus den Zucker aus der Speise selbst", sagt der Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie Dr. Erhard Siegel, Chefarzt am St. Josefs-Krankenhaus in Heidelberg. Bei der Verdauung werden Kohlehydrate - zum Beispiel aus Früchten, Gemüsen, Vollkornprodukten der Hülsenfrüchte - so lange abgebaut, bis Glucose vorhanden ist.

Dabei handelt es sich um Zucker-Moleküle, die durch die Darmwand ins Gehirn dringen. Dort werden sie im ganzen Organismus verteilt und spenden den Organzellen Kraft. Glucose kann nur dann von einer Blutzelle absorbiert werden, wenn die Pankreas genügend Insulin produziert. Die Hormone erleichtern das Durchdringen von Zucker in die Gewebe.

Der Glukosegehalt im Blutsystem steht ihnen dann als Energiequelle zur VerfÃ?gung. Diabetes und Zucker - gibt es einen Bezug? Wenn der Zucker nicht mehr in die Zelle eindringt, weil er weniger auf Insulin reagiert, wird es schlimm. Für eine bestimmte Zeit kann der Organismus dies kompensieren, indem er mehr Insulin herstellt, als bei einem normalen Menschen notwendig wäre.

Wird dies vermutet, kann der behandelnde Arzt mit einem mündlichen Glukosetoleranztest ermitteln, ob ein höheres Diabetesrisiko vorlag. "Geht diese Entwicklung mit einer zuckerreichen Diät einher, für die rasch viel Insulin benötigt wird, ist das, was die Pankreas produziert, nicht mehr ausreichend. Zucker ist dann wirklich ein Gift", sagt Pfeiffer, der auch die Endokrinologische Klinik der Charité in Berlin führt.

Als tödlich beschreibt er die Verbindung von Zucker mit ungesättigtem oder hydriertem Fett wie in Torten, Kekse oder Schokolade: "Durch die hohe Leistungsdichte nehmen Sie rasch zu, werden nicht besonders voll und werden bald wieder hungrig. "Aber nicht nur die offenbar süssen Speisen sind es, die den Zuckerverbrauch in die Höhe treibt.

Bei manchen Pizzen im Supermarkt sind mehr als 15 g Zucker versteckt, in einem Esslöffel Ketschup etwa vierg. In 100 g Fruchtmüsli aus der Verpackung können bis zu 30 g eingenommen werden. Im Raviolibehälter sind es etwa 11g. Dementsprechend sollten weniger als fünf Prozente der täglichen Kalorienzufuhr in Zuckerform erfolgen.

Etwa 25 g Zucker, etwa sechs Teelöffel. So hat die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch zum Beispiel den Zuckeranteil von Limonade, Energy Drinks, Fruchtsäften, Schorle, Brausegetränken und Eistee getestet. Für die 463 getesteten Produkte betrug der Zuckeranteil von rund 60 Prozent der Stichproben über fünf Prozentpunkte - und liegt damit über der täglichen Empfehlung der WHO.

Laut Foodwatch enthält ein Energy Drink gar 16% Zucker, was 26 Zuckerwürfeln in einer 500-Millimeter-Dose entsprich. Auch fettarme Diätmenüs enthalten beträchtliche Zuckermengen, um beispielsweise das Fehlen von Fetten als Aromaträger zu substituieren. Auch in Fruchtsäften und so genannten Fitness-Riegeln steckt oft eine enorme Menge an Obstzucker, der auch Fructose genannt wird.

Fructose erhöht im Unterschied zu Glucose den Insulingehalt nicht. "Aber Fructose begünstigt die Fettleberbildung, wenn viel davon regelmässig eingenommen wird", so Pfeiffer. Bei der verarbeiteten Version trifft dies jedoch nicht zu: Ein Becher handelsüblichen Äpfelsaft (200 ml) beinhaltet etwa 20 g Zucker, auch wenn kein zusätzlicher Zucker beigefügt wurde.

"Werden Glucose und Fructose in großen Dosen eingenommen, wie es bei Hauszucker oder Limonade der Fall ist, ist die Fett-Synthese in der Leber in vollem Gange", sagt Pfeiffer. "Mehr und mehr Menschen sind mit Fructose überladen. Es ist in nahezu allen Endprodukten zu finden, da Zucker nicht nur als Geschmacksgeber, sondern auch als Konservierungsstoff verwendet wird", erläutert der Diplomdiabetologe Erhard Siegel.

Er empfiehlt von der industriellen Herstellung von Nahrungsmitteln mit Zusatz von Zucker, Glucose, Fructose oder Glucose-Fructose-Sirup. Die weitere Vorwärtsbewegung einer Komponente ist inbegriffen. Informationen zum Zuckerkonsum finden sich auch in den Ernährungsinformationen, die in der Regel unter dem Begriff "Kohlenhydrate" zusammengefaßt sind. Der Praesident der Bundesdiabetesgesellschaft verlangt eine Zuckerfettsteuer fuer hoch verarbeitete Lebensmittel wie Fertigwaren.

Weitere Informationen zur Zuckerabgabe erhalten Sie hier: Benötigen wir eine Zuckerabgabe? "Bei der Zuckerfettsteuer ist es wohl eher Zynismus.

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