Blutzuckerwerte Schwangerschaftsdiabetes

Glukosespiegel Schwangerschaftsdiabetes

Gestationsdiabetes - Nahrung, Symptome, Prüfung! Der Schwangerschaftsdiabetes tritt in der Regel in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf und betrifft etwa fünf Prozentpunkte der Mütter. Meistens regelt sich der Blutzuckerwert nach der Entbindung wieder, trotzdem ist in Zukunft Vorsicht geboten. Schwangerschaftsdiabetes ist die Bezeichnung für eine Störung des Zuckerhaushaltes, die während der Trächtigkeit bei einer Frau auftritt, die zuvor einen normalen Blutzuckerwert hatte.

Rund fünf Prozentpunkte aller Schwangerschaften sind davon betroffen. 4. In den meisten Fällen kehrt der Zucker-Stoffwechsel nach der Geburt zur Normalität zurück. Wer sich während der Trächtigkeit mit diesem gesundheitlichen Problem auseinandersetzen musste, wird mit großer Sicherheit (ca. 80 Prozent) in der kommenden Trächtigkeit wieder davon befallen sein. Außerdem leidet beinahe jede zehnte dieser Patientinnen später an Typ-2-Diabetes.

Für die Entwicklung von Schwangerschaftsdiabetes gibt es drei wesentliche Risikofaktoren: Ohne zumindest einen dieser Faktoren ist es nicht wahrscheinlich, dass der Glukosemetabolismus während der Trächtigkeit entgleisen wird. Aber wie entsteht Gestationsdiabetes? Einige während der Trächtigkeit produzierte hormonelle Stoffe fungieren als Antagonisten des für die Senkung des Blutzuckers verantwortlichen Insulins.

Vor allem im letzen Schwangerschaftsdrittel produziert die Plazenta vermehrt blutzuckersteigernde Hormone wie Progesteron, Prolactin und Estrogen. Das Pankreas muss daher die Insulin-Produktion verstärken, um den Blutzuckerspiegel im Zielbereich zu halten. 2. Ist dies nicht erfolgreich, entwickelt sich ein Gestationsdiabetes. Der überwiegende Teil der Schwangerschaftsdiabetikerinnen ist symptomfrei. Deshalb wird ein Blutzucker-Test normalerweise zwischen der ersten und zweiten Woche der Trächtigkeit und früher bei Schwangeren mit Risikofaktor vorgenommen.

Zeichen von Schwangerschaftsdiabetes können übermäßiger Gewichtszuwachs, erhöhter Durst (Polydipsie) oder Harnwegs- und Entzündungen auf der Seite der Schwangeren sein. Darüber hinaus kann Schwangerschaftsdiabetes zu einer Veränderung der Menge an Fruchtwasser und einem außergewöhnlich kräftigen Wachsen des kindlichen Körpers führen, was als fötale Makroskopie bekannt ist. Die Ärztin oder der Arzt macht einen so genannten Zucker-Stresstest, auch bekannt als oral Glucose-Toleranztest (oGTT).

Am Morgen wird der Patienten auf leeren Bauch entnommen, um die Blutzuckerwerte während des Fastens zu ermitteln. Danach muss die trächtige Frau schnell 250 bis 300 ml des Wassers zu sich nehmen, in dem 75 g Glukose aufgelöst werden. Ein und zwei Std. später wird noch einmal eine Blutentnahme durchgeführt und der Blutzuckerwert ermittelt. Glukose wird bei Schwangeren mit Diabetes langsam zersetzt.

Der Blutzuckerspiegel ist daher nach ein bis zwei Arbeitsstunden erhöht als bei Menschen, die gesund sind. Wird zumindest eine der drei Grenzen über- oder unterschritten, nennt man dies Schwangerschaftsdiabetes. Tab.: Blutzuckergrenzwerte (nach IADPSG und WHO) bei Schwangerschaftsdiabetes: Um schwere Gesundheitsprobleme von Müttern und Kindern zu vermeiden, muss Schwangerschaftsdiabetes rasch therapiert werden.

Ansonsten kann die Frau durch Schwangerschaft (Präeklampsie), Anfälle und erhöhte (Harnwegs-)Infektionen an hohem Blutdruck leiden. Ein ungeborenes Baby kann an einer Entwicklungsstörung leiden oder gar an einer Plazentaunterversorgung absterben. Außerdem kann das exzessive Wachsen des Babys zu Geburtsschwierigkeiten führen. Bei der Therapie des Gestationsdiabetes ist vor allem persönliche Initiative gefordert. Weil der Zuckerspiegel für das Baby so sanft wie möglich reguliert werden sollte.

Die Behandlung mit einer Tablette ist oft nicht möglich, da diese das Neugeborene über die Mutterkuchen schädigt. Deshalb wird zunächst einmal der Versuch unternommen, den Zuckerspiegel durch Ernährungsumstellung und körperliche Betätigung zu stabilisieren. Bei 80 bis 90 Prozent aller Frauen kann mit dieser Grundtherapie das Leiden gelöst werden.

Ist dies nicht erfolgreich, muss auch bei Schwangerschaftsdiabetes mit der Insulintherapie gestartet werden. Abhängig vom Blutzuckerprofil kann es ausreichen, ein rasch wirkendes Insulin vor der Mahlzeit oder ein lang wirkendes, so genanntes Basalinsulin vor dem Einschlafen zu injizieren. Auf jeden Fall muss die Mutter ihren Zuckerspiegel regelmässig selbst mit Hilfe von Teststäbchen bestimmen, um die Insulintherapie zu kontrollieren.

Vor und während der Trächtigkeit sollten sich Schwangere am besten sportlich betätigen und eine ausgewogene Ernährung einnehmen. Auch wenn sich der Blutzuckerspiegel kurz nach der Einnahme wieder normalisiert, sollten Schwangerschaftsdiabetikerinnen den Blutzuckerspiegel regelmässig nachprüfen. Ein erster Blutzucker-Check sechs bis zwölf Schwangerschaftswochen nach der Niederkunft ist hilfreich.

Wird nichts Ungewöhnliches festgestellt, sollten die Patienten dennoch alle zwei bis drei Jahre ihren Blutzuckerwert überprüfen, um die Gefahr von Diabetes so frühzeitig wie möglich feststellen und abwehren zu können. Um zu verhindern, dass sich der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt zu einer dauerhaften und ernsten Krankheit ausweitet, raten Experten den Frauen, ihr Baby für einen Zeitraum von drei Monaten zu säugen.

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