Diabetes welche Lebensmittel

Zuckerkrankheit, die Lebensmittel

Vom Bittere Gurke bis zum Quinoa: Welche Lebensmittel sind besonders geeignet für Diabetes & sorgen für stabile Blutzuckerwerte! Diabetiker werden nicht speziell behandelt - Diabetikernahrung ist für Diabetiker wegen ihres oft höheren Fettgehalts nicht geeignet.

Sebastian F. aus Wien ist seit 14 Jahren an Diabetes erkrankt. "In den Supermärkten besorge ich mir bereits jetzt regelmässig Diätlimonaden oder Brotaufstriche und Konfitüren für Diabetiker", sagt der 29-Jährige. Seit Jahren arbeiten Mediziner und Ernährungsberater daran, den Begriff "Diabetikerprodukte" aus dem Supermarktregal zu verbannen: Die Problematik: "Diabetische Lebensmittel gelten als Carte blanche to eat - und sind weniger gesund als konventionelle Süßigkeiten", sagt Birgit Beck, Ernährungsberaterin beim VKI (Verband für Verbraucherinformation).

Häufig enthält sie mehr Fette und Energie. Diabetes wird nicht mehr nur als Beeinträchtigung des Zuckerhaushaltes angesehen, auch der Fettund Eiweißhaushalt wird gestört. "Besonders Typ-2-Diabetiker sollten weniger Fette haben. In der Tat wird bei diabetischen Lebensmitteln der herkömmliche Saccharosezucker oft durch Obstzucker (Fructose) abgelöst. Fachleute wie Bernhard Ludvik, Spezialist für Stoffwechselkrankheiten am AKH in Wien, betonen, dass die erhöhte Zufuhr von Fruktose über industrielle Lebensmittel die Adipositas begünstigt.

In Österreich gibt es schätzungsweise 400.000 bis zu 500.000 Menschen mit Diabetes. Der Verzicht von Diabetikern auf industriellen Diabetes in der Nahrung wird heute als altmodisch angesehen. "Der Kalorienbedarf kann bis zu zehn Prozentpunkte pro Tag in abgepackter Weise verzehrt werden, zum Beispiel durch Gebäck oder Schokolade", sagt Ludvik.

Darüber hinaus sind für Zuckerkranke geeignet, da sie einen schnellen Anstieg des Blutzuckers, wie z.B. bei Vollkornprodukten, vermeiden. Zahlreiche diabetische Waren in Österreichs Supermarkt kommen aus Deutschland. Mit einer Novellierung der Ernährungsverordnung hat die Bundesregierung im Rahmen einer Gesetzesänderung im September 2010 beschlossen, die besonderen Bestimmungen für diabetische Lebensmittel zu streichen. Das bedeutet ganz konkret, dass sich die Produzenten von Diabetikernahrung bis längstens 10. 2012 nicht nur die Rezepte für bestimmte Produkte, sondern auch deren Anweisungen auf der Packung anpassen müssen.

Für viele Fachleute ist dies das Ende der Diabetikerware im Verkaufsregal. Schneekoppe hat sein Produktsortiment entsprechend den neuen gesetzlichen Bestimmungen gestrafft. In Deutschland habe der Fachhandel auf die neue Regelung "mit Auflistungen und in vielen Fällen mit der Aufhebung des Diätregals" geantwortet, heisst es. Ein Jahr zuvor sagte das Gesundheitsministerium: "Wir sind mit der Aufhebung dieser Lebensmittel zufrieden.

Die EU hat dies nun abgelehnt. Dabei begnügt sich das Bundesgesundheitsministerium damit, dass sowieso schon seit Anfang November eine neue EU-Konsumenteninformationsverordnung in Kraft getreten ist. Kalorien und Nährwertinformationen sind nun für alle Lebensmittel obligatorisch. Diabetikerprodukte haben für die einheimischen Lebensmittelketten keine besonders große verkaufsfördernde Bedeutung, sagt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. Sie würden aber ganz normal in ein gut sortiertes Lebensmittelgeschäft gehören, denn es gibt Kundschaft, die tatkräftig nach ihnen Ausschau hält.

Inzwischen hat auch der Fachhandel anerkannt, dass sich hinter den Erzeugnissen ein Irrglaube verbergen kann. Feldbericht aus dem Hause: Spar wollte zunächst eine eigene Diabetikerserie auf den Weg gebracht haben. Zuckerkranke sollten besser ihre Ernährungsweise ändern.

Mehr zum Thema