Stevia Diabetes

Diabetes

Auch viele Diabetiker und Süßigkeitenliebhaber hoffen auf den idealen Zuckerersatz - kalorienfrei und zahnschonend. Stevia-Blätter werden in Paraguay und Brasilien bei Bluthochdruck und Diabetes eingesetzt. Stevia soll auch eine gefäßerweiternde Wirkung haben. Aber ist die Substanz wirklich als gesunder Zuckerersatz für die Ernährung bei Diabetes geeignet?

Auch Stevia ist nicht gesundheitsfördernder als andere Zuckeraustauschstoffe.

Der Süßstoff Stevia ist nicht besser oder schlimmer als andere Zuckeraustauschstoffe für Diabetes-Patienten. "Auch Stevia ist eine kalorienfreie Variante zu Zucker", erläutert Prof. Dr. med. Stephan Matthaei, Geschäftsführer der DDG. "Seit der Marktrücknahme von Diabetikern sind alle gesundheitsfördernden Nahrungsmittel für Diabetiker und Nicht-Diabetiker gleichermassen gut verträglich.

Stevia ist laut Matthaei nur eine gute Möglichkeit für Menschen, die an der kongenitalen Stoffwechselerkrankung phenylketonuria erkrankt sind und gleichzeitig Süßstoffbedarf haben. Steviol Glykoside, im Volksmund "Stevia" oder " Stevia " genannt, sind in der EU seit Dez. 2011 unter dem Namen "Lebensmittelzusatzstoff A 960 " als Süßstoff zulässig. Das Stevia wird aus der Stevia rebaudiana, auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" oder " Stevia rebaudiana " bezeichnet.

Sie ist zweihundert bis dreihundert Mal so süß wie Sugar und nahezu ohne Energie. Die Einnahme von Steviolglykosiden wird als sicher angesehen, wenn die tolerierbare tägliche Dosis (ADI) von vier mg pro kg des Körpergewichts pro Tag, gerechnet als Steviol-Äquivalente, eingehalten wird. Sie ist weder krebsfördernd noch karzinogen, schadet nicht dem Erbmaterial und beeinträchtigt weder die Fortpflanzungsfähigkeit noch die Fortpflanzung des Kindes.

Das gilt auch für andere Süssstoffe, unterstreicht Prof. Dr. med. Andreas Fritsche, Sprecher der DDG in Tübingen. Die American Diabetes Society hat fünf synthetische Süssstoffe geprüft und für sicher erklärt: Acesulfam, Aspartam, Sacharin, Sacralose und Neotam. "Verlässliche Beweise dafür, dass diese Süssstoffe in den für den Konsum vorgeschlagenen Dosierungen krebserregend sind, gibt es keine wissenschaftlichen Beweise", sagt die Wissenschaftlerin.

Die DDG-Expertin wendet sich auch gegen die manchmal geäußerte These, dass Süßstoffe oder eine vermeintlich damit zusammenhängende Insulinfreisetzung Hungeranfälle hervorrufen und Menschen gar abhängig machen können. "Weder Süßstoffe noch Süßstoffe können nach dem, was wir bisher aus wissenschaftlicher Sicht wissen, suchterzeugend sein", erklärt er. Trotzdem sollte jeder darauf achten, nicht mehr als die empfohlene Menge an Süssstoff oder mehr als 50 g pro Tag zu sich zu nehmen.

Stevia ist nur für Menschen, die an der sehr selten auftretenden Stoffwechselkrankheit phenylketonuria erkrankt sind und gleichzeitig aufgrund von Zuckerkrankheit eine gute Lösung brauchen. Weil das Süßstoff Aspartam phenylalaninhaltig ist, müssen die Betroffenen es vermeiden - aber Stevia ist, wie auch andere Zuckerarten, kein phenylalaninhaltiges Mittel. Mittlerweile ist untersucht worden, warum Stevia nicht nur edel, sondern auch verbittert ist.

Stevia triggert in hohen Konzentrationen lakritorisch-bittere Geschmacksnotizen.

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