Spätfolgen Diabetes Mellitus Typ 2

Nachwirkungen von Diabetes mellitus Typ 2

Der Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Erblindung, Nierenersatzbehandlung (Dialyse) und Amputation in Deutschland. sekundäre Erkrankungen: Zuckerkrankheit und Hirn Die Schlaganfallgefahr ist bei Typ 1 Diabetes und Typ 2 Diabetes signifikanter. Laut einer großen Finnland-Umfrage mit Angaben von über 50000 Menschen waren Diabetiker 5,2-mal stärker gefährdet als Nicht-Diabetiker und Diabetikerinnen 7,2-mal mehr. Laut der Schwesterngesundheitsstudie war das Herzinfarktrisiko und das Schlaganfallrisiko bei Patientinnen, die erst im Rahmen der Beobachtungsstudie Diabetes entwickelt haben, bereits erheblich gestiegen.

Die Ergebnisse unterstreichen den begründeten Verdacht, dass bereits im Vorfeld von Diabetes (Prädiabetes) mit einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu rechnen ist. Rund zwölf Prozente der Diabetespatienten leidet an Kreislaufstörungen des Hirns als Folge von Gefässveränderungen in der Karotisarterie oder der Wirbel- und Schädelarterie. Vor allem das Logikdenken, die Planungs- und Gestaltungsfähigkeit sowie die Konzentrationsfähigkeit nehmen ab.

Wenn ein Blutgefäss im Hirn und damit der Blutstrom komplett verstopft ist, kommt es entweder zu temporären Kreislaufstörungen des Hirns, einer so genannten TIA (transiente ischämische Attacke), als Überbringer eines Schlaganfalles oder unmittelbar zu einem Hirnschlag. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 2,7 und 2,1 Prozentpunkte der männlichen und weiblichen Bevölkerung an einem Hirnschlag. Dr. Christoph Beck vom Nürnberger Krankenhaus wird auf dem dritten Tag des Diabetes-Informationsdienstes am Helmholtz-Zentrum München klinische Bilder vorstellen, die als Spätfolgen des Diabetes mellitus auftreten können.

Der Zustand der Adern, vor allem der großen Adern im Halsbereich, kann mit Hilfe von Sonographie sehr gut eingeschätzt werden. Die Magnetresonanz- und Computertomographie-Techniken sind sehr gut geeignet, um das Gehirn abzubilden und zu überprüfen, ob eine Gehirnblutung oder ein Gefäßverschluß die Ursachen für einen möglichen Hirnschlag oder eine TIA sind. Bei Diabetikern ist es für die Vorbeugung und Behandlung von Bedeutung, die Risiken für Kreislaufstörungen des Hirns zu mindern.

Dazu gehört vor allem, den Zuckerspiegel gut zu regulieren, den Druck im Blut zu senken, mit dem Tabakkonsum aufzuhören und den Fettmetabolismus über eine ausgewogene Diät zu regulieren - ggf. mit Medikamenten. Nachdem eine US-Studie mit mehr als 10000 Diabetespatienten, die zunehmend zu Herzinsuffizienz führte, abgebrochen wurde, hat sich das Ziel der Behandlung von einem niedrigstmöglichen Blutzuckerwert entfernt.

Die Sterblichkeitsrate wurde bei einem Wert von über acht Prozentpunkten gesteigert. Aber auch bei HbA1c zwischen vier und sechs Prozentpunkten, wie es bei gesunden Menschen der Fall ist, ist das Mortalitätsrisiko deutlich gestiegen. Daher raten die Wissenschaftler zu einem Wert für HbA1c zwischen sechs und acht Prozentpunkten.

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