Insulinpumpen im Vergleich

Die Insulinpumpen im Vergleich

Ausgewählte Insulinpumpen im Vergleich. Die Funktionsweise der Pumpe kennenlernen Das Pankreas einer Diabetikerin setzt regelmäßig kleine Insulinmengen frei, um den Blutzucker zu regeln. Die Insulinfreisetzung im Organismus hängt von der internen Uhr des Menschen ab und hängt von verschiedenen Einflussfaktoren wie körperlicher Betätigung, Stoffwechsel, Stress und Erkrankung. Beim Verzehr von Lebensmitteln gibt die Bauchspeicheldrüse zusätzlich Insulin ab, um den Zuckerspiegel zu regeln.

Insulinpumpen-Therapie ist eine Therapiemethode, die die Aktivität der Pankreas exakt imitiert, indem sie den Organismus ständig mit Insulin versieht und bei Bedarf zusätzlich mit dem nötigen Zusatzinsulin ausstattet. Herkömmliche Insulininjektionen können jedoch die Aktivität der Pankreas nicht imitieren: Dabei wird ein verzögerndes Injektionsinsulin, z.B. bei einer Speise, injiziert.

Die Intensivspritze, die mehrere Spritzen von lang wirksamem Insulin und Zwischeninsulin pro Tag ermöglicht, ist eine Erleichterung gegenüber der herkömmlichen Spritzentherapie, sichert aber nicht die langfristige, exakte Versorgung mit Insulin, wie es dank der Injektionspumpe möglich ist. Die Gegenüberstellung ist einfach: Vier Dosierungen von selbst injiziertem Insulin, die ein Diabetiker während einer intensiven Injektionsbehandlung täglich bekommt, können es nicht mit der Genauigkeit von 480 Dosierungen pro Tag aufsaugen.

Der basale Insulinbedarf kann an die metabolischen Bedürfnisse des Diabetikers angepaßt werden: Die Person mit Diabetes kann den Boli in Bezug auf die Mengen- und Zeitrechnung exakt kalkulieren und ausrichten.

Keine Ketoazidose und starke Hypoglykämie bei Kindern und Jugendlichen mit Insulinpumpen

Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen haben in einer Untersuchung gezeigt, dass der Gebrauch von Insulinpumpen im Vergleich zu einer Insulininjektion bei Typ-1-Diabetikern zu einem verminderten Risikopotenzial für Diabetes und schwere Hypoglykämie führen kann. Die Anzahl der Insulinpumpen-Therapien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Einige Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass der Gebrauch von Insulinpumpen mit einem höheren Ketoazidoserisiko verbunden ist (siehe Kasten), insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten mit Typ 1 Diabetes.

Ketoazidose ist eine schwere Stoffwechselstörung aufgrund von Insulinmangel. Dieser Vermutung auf den Grund gegangen sind Forscher der Universität Aachen unter Leitung von Prof. Dr. Beate Karges, die im Zuge der DPV-Initiative über 30.000 Typ-1-Diabetiker unter 20 Jahren erfasst haben: Sie kamen aus Deutschland, Österreich und Luxemburg, hatten seit einem Jahr an Diabetes Typ 1 gelitten, waren durchschnittlich 14 Jahre und haben sich im Durchschnitt einer Pumptherapie (14.119) oder einer Insulininjektion (16.460) unterworfen.

Im Gegensatz dazu wurden im Vergleich zu Insulinspritzen sowohl geringere Werte der schweren Hypoglykämie (9,55 vs. 13,97 pro 100 Patientenjahre) als auch diabetische Ketoacidosen (3,64 vs. 4,26 pro 100 Patientenjahre) festgestellt. HbA1c und die täglich abgegebene Insulinmenge waren bei den Pumpenanwendern geringer als in der Peergroup.

"Diese Befunde belegen eine Verbesserung der klinischen Resultate durch die Insulinpumpen-Therapie im Vergleich zur Injektions-Therapie bei Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes", so die Autoren der Studie.

Mehr zum Thema