Diabetes Wundheilung

Wundheilung bei Diabetes

Weshalb die Wundheilung bei Diabetes stört ist. Diabetiker haben eher mit schlecht verheilenden Verletzungen zu tun. Bisher wurde der Verdacht gehegt, dass ein hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße und -zellen schädigt, zu einer reduzierten Abwehr führt und damit eine verspätete oder beeinträchtigte Wundheilung verursacht. Linda Partridge, Leiterin des Max-Planck-Instituts für Alternsbiologie, und ihr Team aus Köln wollten mehr über die zugrundeliegenden Zellmechanismen an der Wunde herausfinden.

Sie studierten die Schale von Obstfliegen, deren Stoffwechsel dem des Menschen sehr ähnelt. Unmittelbar nach der Schädigung reagieren die umgebenden Körperzellen mit einer ringförmigen Proteinstruktur, die sich zusammenzieht und die Kluft schließt.

Und wie die Forschenden später bei genetisch modifizierten Obstfliegen nachweisen konnten, entsteht dieser Eiweißring nur schwächer und viel später, wenn der Stoffwechsel des Insulins gestört ist. Die Folge ist eine unvollständige oder verlangsamte Wundheilung. Neue, lokal angelegte Therapieverfahren für eine verbesserte Wundheilung können diesen Wirkmechanismus angreifen, so die Autoren der Studie. Laut den betroffenen Wissenschaftlern könnte es in absehbarer Zeit möglich sein, die Wundumgebung lokal mit Arzneimitteln zu versorgen, die den Stoffwechsel des Insulins anregen.

Diabetes: Neue Hoffnungen auf eine bessere Wundheilung

Bei Diabetikern gibt es oft Probleme mit schlecht verheilenden Blessuren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Alternsbiologie, des CMMC, des Excellenzclusters CECAD und des Genetischen Institutes der Uni Köln haben nun neue Einblicke in die zugrundeliegenden Zellmechanismen erhalten. Laut der International Diabetes Association erkranken in Deutschland rund sechs Milliarden Menschen an Diabetes mellitus, von denen etwa 90 prozentig auf Typ-2-Diabetes entfallen.

Eine Problematik dieser Patientinnen ist die Verschlechterung der Wundheilung. Bisher wurde davon ausgegangen, dass ein hoher Glukosespiegel im Vollblut zu Schäden an Blutgefäßen und -ervenzellen sowie zu einer reduzierten Abwehr führt und somit Wundheilungsprobleme verursacht. Dass ein verzögerter Inulinstoffwechsel an der Wunde unmittelbare Auswirkungen auf die an der Wundheilung beteiligten umgebenden Körperzellen hat, hat eine Arbeitsgruppe um Linda Partridge, Leiterin des Max-Planck-Instituts für Alternsbiologie, und Maria Leptin, Forschergruppenleiterin am Genetischen Forschungsinstitut der Uni Köln, nun in einer Untersuchung bewiesen.

Der Autor der Untersuchung Parisa Kakanj hat die Larvenhaut der Taufliege Drosophila Melanogaster untersucht. Sie dient als Vorbild für Diabetes, da der Stoffwechsel des Insulins während der Evolution sehr gut erhalten bleibt und daher bei der Fliege und den Säugern sehr ähnelt. Kakanj hat in den Brut der Bremsfliegen mit einem Punktlaser eine Zellschicht in der oberen Oberschicht entfernt und dann unter dem Stereomikroskop beobachtet, was in den umgebenden Körperzellen abläuft.

"Unmittelbar nach der Hautverletzung reagiert die Nachbarzelle mit der Entstehung eines Aktomyosinkabels", erläutert Kakanj. "Wird jedoch der Stoffwechsel des Insulins wie bei unseren genetisch modifizierten Bremsen beeinträchtigt, wird dieses Seil geschwächt und bildet sich viel später. Dies führt zu einer unzureichenden oder langsamen Wundheilung", sagt Kakanj. Gerade hier können neue Therapieansätze zur Wundheilung angesiedelt werden.

"â??Unsere Ergebnisse geben Anlass zur Zuversicht auf eine mögliche therapeutische MaÃ?nahme bei Diabetikern. Möglicherweise wird es in absehbarer Zeit möglich sein, die Wundumgebung vor Ort mit Arzneimitteln zu versorgen, die den Stoffwechsel des Insulins vor Ort aktivieren", erläutert Kakanj. Bereits jetzt kooperiert das Forschungsteam mit Sabine Eming, einer Hautärztin am Universitätsklinikum Köln und dem Kompetenzzentrum für Altersforschung an der Kölner Uni, um die Implementierung dieses Konzepts zu untersuchen.

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