Alter 100 dm Schein

100 dm Eintrittskarte

Auf der Rückseite: Zuerst die Motive der zuletzt gültigen DM-Banknoten: D-Mark Rechnungen, die niemand in seiner Brieftasche hatte. Ungeachtet atemberaubender Teuerungsraten von bis zu 7,6 Prozentpunkten sind sich die Bundesbürger bewusst, dass sie mit dem Wirtschaftsaufschwung der Republik verknüpft sind. Beispielsweise hat die Bank im September 2010 die Existenz eines bisher geheim gehaltenen Wohnbunkers in einem Wohnviertel in Cochem bekannt gegeben, in dem zwischen 1962 und 1988 die Banknoten einer Reservewährung für die Krise aufbewahrt worden waren.

Niemand außerhalb der Bank wußte jedoch, wie diese Banknoten damals aussahen. Nun hat das Bundesbankmuseum die Geldscheine gescannt und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Sie erinnern auf den ersten Blick an die üblichen Töne der so genannten BBk I-Serie von 1961 bis 1990: Die Töne haben die selbe Farbe und auch die Kopfabbildungen nach Bildern von Albrecht Dürer und anderer alter Meister sind gleich.

Nicht nur in Çochem gab es die damals fast heimliche Ersatzbanknotenserie. Das Geld war übrigens nicht wirklich vertraulich. In ihren monatlichen Berichten hatte die Deutsche Bank sie zweimal genannt, 1962 und 1964. Zum einen wurden die monatlichen Berichte jedoch nicht von der Öffentlichkeit gelesen und zum anderen hat die Deutsche Bank nichts unternommen, um auf diese Information aufmerksam zu machen.

"Zudem wurde aus den Zeichnungen des Frankfurters Max Bittrof, der die Banknoten der Deutschen Bundesbank bei 5 DM - Europa mit dem Bullen - und bei 50 und 100 DM mit den Porträts von lmhof und Puffel gestaltet hatte, eine gekürzte (also auf die Größen 10, 20, 50 und 100 DM begrenzte) Ersatzreihe zusammengestellt", heißt es 1962.

Auch 1964 schreibt die Deutsche Bank wieder: "Außerdem war eine auf die Größen 10, 20, 50 und 100 DM limitierte Reihe aus den Vorlagen des Grafikers Max Bittrof für den Buchdruck vorgesehen, die als Vorbehalt dienen und vorläufig nicht in den Verkehr gebracht werden. "Was die Deutsche Bank mit dem Geld wirklich vorhatte, ist für Historiker wie Reinhold Walburg vom Deutsche Bank Money Museum nicht ganz nachvollziehbar.

Erst 1959 hat Walburg einen Protokoll-Eintrag gefunden, in dem es hieß: "Es ist vielleicht noch zu prüfen, ob neben der für den Nachdruck endgültigen Design-Serie nicht auch eine Ersatz-Serie bestimmt werden sollte. Offensichtlich wollte die Deutsche Bank aber gegen das massenhafte Auftreten von Geldfälschungen gewappnet sein - sollte dies durch organisiertes Verbrechen oder feindliche Länder auslösen.

Daß es elf Jahre gedauert hat, von 1963 bis 1974, um die Noten zu produzieren, liegt an der Priorität für den Ausdruck der Umlaufscheine, wie Walburg mitteilt. Nur wenn in den Betrieben frei gewordene Kapazität zur Verfügung stand, konnte die Ersatzreihe ausgedruckt werden. 1990 wurden die neuen und zuletzt eingeführten DM-Noten (BBk III) mit verbesserter Sicherheitstechnik vorgestellt, die die bisherigen Ersatznoten erübrigten.

Doch lag in der Zwischenzeit noch ein weiterer heimlicher Fundus an DM-Scheinen brach - oder gibt es auch eine Ersatzreihe für den Ebro? Der Preis spricht gegen eine Ersatzreihe, und es wäre auch nicht möglich, auf Drohungen flexibler zu agieren.

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